«Stop bashing SBB»: Bähnler kämpfen fürs Image

In einem Video fordern Angestellte der Bundesbahnen die Medien dazu auf, positiver über die SBB zu berichten.

«Hört endlich auf, stop bashing SBB», fordern SBB-Mitarbeiter im Video. Foto: Screenshot Youtube

«Hört endlich auf, stop bashing SBB», fordern SBB-Mitarbeiter im Video. Foto: Screenshot Youtube

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Die SBB wurden zuletzt viel gescholten. Die Probleme bei der Einführung des neuen Doppelstockzuges, der tödliche Unfall eines Zugbegleiters im August, viele Verspätungen: All das brachte die SBB immer wieder in die Schlagzeilen – meist negativ.

Positive Neuigkeiten, wie etwa die Zahlung von 50 Franken an Halter eines Generalabos für die 2. Klasse oder die vermehrte Ausgabe von Spartickets, gerieten da in den Hintergrund. Auch weil SBB-Chef Andreas Meyer just an dem Tag seinen Rücktritt auf das nächste Jahr bekannt gab, als etwa die GA-Gutschrift kommuniziert wurde. Der Fokus der Berichterstattung lag danach auf Meyer, seiner Amtszeit und möglichen Nachfolgern.

Doch den SBB-Mitarbeitern reicht es nun offenbar. Sie fordern in einem Video, dass die Medien das «Bashing» gegen die Bundesbahnen beenden. Zur Veranschaulichung werden Schlagzeilen der vergangenen Monate gezeigt, welche die Situation der SBB kritisch beleuchten.

Das Video wurde an diesem Montag veröffentlicht. «Nur weil ihr wisst, dass wir ringen, um alles in Ordnung zu bringen, betrachtet ihr uns als den einfachsten Weg, euch etwas stärker zu fühlen und damit zu profilieren», singt eine SBB-Mitarbeiterin in dem Lied. Und fordert: «Hört endlich auf, stop bashing SBB.»

Diverse Mitarbeitende des Bahnunternehmens unterstützen diese Forderung, indem sie im Video auftreten und ein «Stop»-Zeichen in Richtung Kamera halten. Die Berichterstattung hätte denn auch Auswirkungen auf das Bild der SBB in der Gesellschaft: Das Volk springe auf den Zug auf und sehe nur noch, was nicht gut läuft, so eine weitere Aussage im Video.

Die SBB selbst finden Gefallen am Video. Ein SBB-Sprecher sagt auf Anfrage: «Das Video spricht für sich – und wohl vielen Bähnlerinnen und Bähnlern aus dem Herzen.» Es sei auch Ausdruck davon, mit wie viel Herzblut sich die Mitarbeitenden täglich für Kundinnen und Kunden einsetzen und wie gross der Berufsstolz weiterhin sei.

Erstellt: 06.11.2019, 14:15 Uhr

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