Streik legt British Airways lahm

Die Piloten der British Airways legen heute und morgen ihre Arbeit nieder. Dies betrifft auch Schweizer Passagiere.

Flugzeuge sind startklar - die Piloten nicht

Flugzeuge sind startklar - die Piloten nicht Bild: Andy Rain/Keystone

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Nach der intensiven Ferienzeit kommen die Fluggesellschaften weiterhin nicht zur Ruhe. Flugpersonal in Spanien, Portugal und den Niederlanden hat die Arbeit schon letzte Woche niedergelegt. Heute und morgen streiken die Piloten der britischen Fluggesellschaft British Airways. Hunderte Flüge wurden vorsorglich gestrichen.

Der zweitägige Streik ist ein Novum: Zum ersten Mal in der Geschichte der Airline legen die Piloten ihre Arbeit nieder. Der Streit entsprang einer Lohndiskussion, eskalierte jedoch am Freitag, als der Arbeitgeber drohte, den Streikenden gewisse Nebenleistungen für drei Jahre zu kürzen. Die Piloten lassen sich nicht einschüchtern: Gemäss «Financial Times» planen Tausende von ihnen, in einen privaten Fonds einzuzahlen, um den Streik zu verlängern. Ein weiterer Streik wurde bereits für den 27. September angekündigt.

Parteien bereit zu Nachverhandlungen

British Airways schätzt, dass die Streiks täglich bis zu 40 Millionen Pfund kosten. Kritik folgt deshalb vom Generalsekretär der Pilotengewerkschaft Balpa, Brian Strutton. Der Streik würde die Firma mehr kosten, als wenn sie den Forderungen der Gewerkschaft entgegenkäme. Er fordert eine Rückkehr zum Verhandlungstisch. British Airways erklärte sich gegenüber der «Financial Times» dazu bereit.

Die drohenden Einbussen wegen des Streiks drückten die Aktie der British Airways-Muttergesellschaft IAG heute ins Minus.

Schweizer Passagiere bleiben von den Konsequenzen des Streiks nicht verschont. Die Flugstrecken von den Flughäfen Genf, Basel und Zürich nach London sind schweizweit die beliebtesten. British Airways bietet von jedem Flughafen aus Flüge nach London-Heathrow an.

Heute mussten dementsprechend Dutzende Flüge annulliert werden. Der Flughafen Zürich und der Euro-Airport Basel gehen davon aus, dass diese morgen ebenfalls ausfallen werden. Der Flughafen Genf lässt dies noch offen. Damit diese Flüge morgen wieder starten können, bräuchte es aber eine äusserst schnelle Streitschlichtung.

Herbstzeit – Streikzeit

Da Lohnverhandlungen in den Herbstmonaten in die finalen Runden gehen, häufen sich die Streiks um diese Zeit. Diese sind für die Arbeitnehmer oft die letzte Option, noch irgendwelche Zugeständnisse zu erhalten.

Letztes Jahr kam es in der Schweiz bei den Vertragsverhandlungen zwischen Swissport und der für den Luftverkehr zuständigen Gewerkschaft VPOD fast zum Streik. Die VPOD zog dies damals ernsthaft in Betracht, da Swissport die Forderungen der Gewerkschaft nicht erfüllte.

In einer Nachverhandlung stimmte Swissport schliesslich zu, und eine Eskalation wurde vermieden. Stefan Brülisauer, Regionalsekretär der VPOD, warnt aber: Die Zufriedenheit des Bodenpersonals hält sich wegen der niedrigen Löhne weiterhin auf einem tiefen Niveau.

Erstellt: 09.09.2019, 19:38 Uhr

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