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Swiss Life steigert Reingewinn um 9 Prozent

Aktionäre von Swiss Life haben Grund zur Freude: Der Lebensversicherer hat auch 2017 zugelegt und schüttet nochmals höhere Dividenden aus.

Mehr als 1 Milliarde Franken Gweinn: Das Swiss Life-Logo am Versicherungssitz am General-Guisan-Quai in Zürich. (2. August 2017)
Mehr als 1 Milliarde Franken Gweinn: Das Swiss Life-Logo am Versicherungssitz am General-Guisan-Quai in Zürich. (2. August 2017)
Christian Merz, Keystone

Der grösste Schweizer Lebensversicherer Swiss Life hat letztes Jahr einen Rekordgewinn von über einer Milliarde Franken eingefahren. Die Verlagerung weg vom traditionellen Lebensversicherungsgeschäft zahlte sich im Tiefzinsumfeld aus.

«Ein KMU mit vielen Mitarbeitenden vor der Pensionierung wollen wir nicht in unserem Kollektivgeschäft», sagte Patrick Frost am Dienstag vor den Medien. Überhöhte Kapitalvorschriften und hohe Umwandlungssätze machten dieses Geschäft weniger attraktiv.

Entsprechend verzichtete Swiss Life im traditionellen Lebensversicherungsgeschäft im wichtigsten Markt Schweiz weiter auf Wachstum zugunsten von Profitabilität. Die Prämieneinnahmen von Swiss Life Schweiz sanken um 6 Prozent auf 9,3 Milliarden Franken.

Global resultierte in Lokalwährungen bei den Prämieneinnahmen vor allem dank dem guten Frankreich-Geschäft dennoch ein Plus von 6 Prozent auf 18,6 Milliarden Franken.

Ziele übertroffen

Neben Kostendisziplin ist das deutliche Gewinnplus von 9 Prozent dem neuen Fokus auf Vermögensverwaltung und Dienstleistungen zu verdanken. Im kapitaleffizienten Geschäft mit Gebühren, Kommissionen und Provisionen, dem sogenannten Fee-Geschäft, steigerte Swiss Life das Ergebnis um 11 Prozent auf 442 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr.

Damit wurde der Zielbereich von 400 bis 450 Millionen Franken bereits ein Jahr vor Plan erreicht, wie Frost ausführte. Um an profitable Neugeschäfte zu kommen, erhöhte Swiss Life etwa in Deutschland die Zahl der Finanzberater um 8 Prozent. Diese verkauften vor allem Risikoprodukte wie Fonds gebundene Produkte, die höhere Margen generieren als Sparprodukte.

Dank disziplinierter Zeichnungspolitik konnte die Neugeschäftsmarge von 2,1 auf 2,5 Prozent gesteigert werden. «Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden, alle Einheiten haben dazu beigetragen», betonte Frost.

Sehr gut unterwegs sieht sich er auch beim Effizienzprogramm. Von den bis 2018 angestrebten Einsparungen um 100 Millionen seien bisher 86 Millionen Franken erreicht worden.

Dividendenerhöhung

Noch befindet sich der Grossteil der 160,8 Milliarden Franken schweren Kapitalanlagen von Swiss Life in Anleihen (61,6 Prozent). Doch der Anteil der lukrativen Immobilienanlagen konnte von 16,4 auf 18 Prozent weiter ausgebaut werden. Dahinter stehen Übernahmen sowie Neubewertungen.

Allein in der Schweiz kaufte Swiss Life Immobilien im Wert von 1,6 Milliarden Franken zu. Gleichzeitig konnte die Leerstandquote gesenkt werden.

Vom guten Geschäftsjahr sollen auch die Anleger profitieren. Der Swiss-Life-Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Erhöhung von 11 Franken auf 13,50 Franken vor.

An der kommenden Generalversammlung scheidet Gerold Bührer altersbedingt aus dem Verwaltungsrat aus. Als Nachfolger wird der Bündner alt Regierungsrat und Rechtsanwalt Martin Schmid vorgeschlagen.

In einem leicht rückläufigen Handel legten die Swiss-Life-Aktien bis nach dem Mittag um 0,6 Prozent auf 344,30 Franken zu.

Frost: «Kann ohne Gentests leben»

Zum Nationalratsentscheid vom Vortag, dass Versicherungen keinen zusätzlichen Einblick in Gentests erhalten, zeigte sich Frost gelassen. Die Versicherungen wollten im Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) das Verbot streichen, dass sie die Ergebnisse bereits früher durchgeführter medizinischer Gentests einfordern dürfen.

Laut Frost bedeutet das Verbot, dass die Versicherer weniger Informationen haben als die Versicherten (Informationsassymetrie). Aber mit der Diskussion liessen sich hier keine Blumentöpfe verdienen und er könne gut mit dem Status Quo leben.

Frost war letztes Jahr wegen einer Krebserkrankung vorübergehend vom Frühling bis im Herbst abwesend. In der Zeit hatte Finanzchef Thomas Buess hat das Unternehmen geleitet. Er habe sich auch schon überlegt einen Gentest zu machen, so Frost. Aber nach den Erfahrungen letztes Jahr wäre es auch gut ohne einen solchen Test.

Zu den Untersuchungen des US-Justizdepartements (DoJ) zum Geschäft mit Wrapper-Versicherungen für vermögende Personen hatte Frost keine Neuigkeiten. «Die Gespräche dazu sind in einem frühen Stadium», sagte Frost. Die Mühlen mahlten langsam und es sei viel zu früh, um zu sagen, was auf Swiss Life zukomme, wenn überhaupt etwas komme.

SDA

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