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Swisscom setzt sich durch

Die Lizenzen für das neue 5G-Mobilfunknetz werden wohl in einer Auktion vergeben – wie von der Swisscom gefordert.

Blitzschnelle Downloads dank 5G: Präsentation an einer Medienkonferenz. Foto: Walter Bieri (Keystone)
Blitzschnelle Downloads dank 5G: Präsentation an einer Medienkonferenz. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Selbstbewusst kündigte Swisscom-Netzchef Heinz Herren gestern in dieser Zeitung an, den Start des neuen 5G-Mobilfunknetzes auf Ende 2018 vorzuziehen. Dabei hat der Marktführer die dafür nötigen Netzlizenzen noch gar nicht. Diese vergibt die Eidgenössische Kommunikationskommission erst im Spätherbst.

Kommissionspräsident Stephan Netzle empfindet die Aussage von Herren aber nicht als Vorpreschen. «Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt», sagt er. Er sehe im neuen Zeitplan des staatsnahen Betriebs keinen Grund, den Termin für die Vergabe von 5G zu ändern. Netzle: «Ich gehe davon aus, dass die Swisscom einen Teil der Lizenzen für die 5G-Frequenzen erwerben wird.»

Salt und Sunrise gegen Auktion

Die Swisscom ist sich ihrer Sache deshalb so sicher, weil das Vergabeverfahren für 5G auf eine Versteigerung hinausläuft. Swisscom, Sunrise und Salt haben von der Kommunikationskommission einen Entwurf mit einem entsprechenden Vorschlag erhalten, zu dem sie bis Ende Monat Stellung beziehen können. Als Format schlägt die Regulatorin eine Mehrrundenauktion für ein Spektrum aus allen 5G-Frequenzbändern vor, die sogenannte Combinatorial Clock Auction. Diese Variante gilt als am einfachsten und deshalb am wenigsten anfällig für fehlerhafte Angebote während der Versteigerung.

Eine Auktion der 5G-Frequenzen ist das bevorzugte Format der Swisscom. «Eine Versteigerung ist ein faires, transparentes und objektives Vergabeverfahren», sagt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli. Behörden in anderen europäischen Ländern hätten sich bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen in den vergangenen zehn Jahren stets für eine Auktion entschieden. So haben Österreich und Deutschland vor, die 5G-Lizenzen ebenfalls im Herbst zu versteigern.

«Die Auktionsregeln bevorteilen den finanzstärksten Anbieter.» Er meint die Swisscom.

Rolf ­Ziebold, Sunrise-Sprecher

Salt und Sunrise hingegen haben eine direkte Zuteilung der Frequenzen oder einen Kriterienwettbewerb verlangt. Sunrise erachtet daher den Vorschlag der Regulatorin zum Vergabeverfahren als verfehlt. Die Frequenzen per Auktion zu vergeben, schwäche den Wettbewerb, warnt Sunrise-Sprecher Rolf ­Ziebold: «Die Auktionsregeln bevorteilen den finanzstärksten Anbieter.» Er meint die Swisscom.

Die Kommunikationskommission sei «bei der Gestaltung eines für alle drei Mobilfunkanbieter fairen Vergabeverfahrens noch nicht ganz am Ziel», sagt auch Salt-Sprecher Benjamin Petrzilka. Die Behörde müsse sicherstellen, «dass jeder Mobilfunkbetreiber eine vernünftige Chance hat, die notwendige Frequenzbandbreite zu erwerben, um sowohl kurz- als auch längerfristig ein 5G-Netz betreiben zu können».

Rückenwind erhielten die Mobilfunkanbieter gestern vom Bundesrat. Die Regierung ist bereit, die Strahlenschutzvorschriften für Antennen zu lockern und der Branche zu ermöglichen, 5G betriebswirtschaftlich sinnvoll anzubieten. Der Vorstoss stammt von der Fernmeldekommission des Ständerats. Der Bund will ihn im zweiten Anlauf annehmen.

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