Swisscom streicht mehr Stellen als geplant

Die Telekommunikationsanbieterin zieht 2016 eine positive Bilanz. Trotzdem will das Unternehmen bis Ende Jahr in der Schweiz weitere 500 Arbeitsplätze abbauen.

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Die Swisscom hat bei einem stagnierenden Umsatz 2016 deutlich mehr verdient. Der Gewinn stieg um 18 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Trotzdem will das Unternehmen mehr Stellen abbauen als ursprünglich geplant. Bis Ende Jahr will das Telekomunternehmen in der Schweiz weitere 500 Arbeitsplätze abbauen; schon 2016 fielen im Inland 600 Stellen dem Rotstift zum Opfer.

Die Swisscom streiche dabei Stellen in denjenigen Bereichen, in denen die Mengen sich rückläufig entwickeln, sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi heute an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Eine Angabe, welche Bereiche das sein werden, machte Schaeppi jedoch nicht. «Das kann sich im Laufe des Jahres ändern.»

Transfair übt Kritik

Swisscom begründet im Communiqué den weiteren Stellenabbau nicht. Mitte November 2016 hatte jedoch Swisscom-Finanzchef Mario Rossi in einem Interview angetönt, dass ein solcher Schritt möglich sei. Er begründete dies mit dem Preisdruck, den sinkenden Roamingeinnahmen und den höheren Kosten für die Gewinnung von Kunden.

Die Gewerkschaft Transfair bedauert die weitere Umstrukturierung. Obwohl das Unternehmen hervorragende Resultate erwirtschafte, setze es seine Rationalisierungspolitik weiter fort, heisst es in einer Mitteilung. Konkret fordert die Gewerkschaft, dass die Swisscom in Aus- und Weiterbildung der Angestellten investiert, um ihnen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.

75 Millionen sollen 2017 eingespart werden

Die Swisscom hatte als Folge eines Sparprogramms bereits 2016 die Zahl der Stellen in der Schweiz um 600 auf 18'400 gesenkt. Ende Jahr sollen es dann noch 17'900 sein. Wie viele Stellen die Swisscom insgesamt aufgrund des Sparprogramms streichen will, gibt das Unternehmen nicht an.

Nach einem Gewinnknick vor einem Jahr kündigte die Swisscom an, bis 2020 die jährlichen Kosten um 300 Millionen Franken gegenüber 2015 zu senken. 2016 hat die Swisscom Einsparungen von 50 Millionen Franken erzielt. 2017 sollen die Kosten um weitere 75 Millionen Franken sinken.

Durch Sonderfaktoren geprägtes Ergebnis

2015 haben einerseits Rückstellungen von 186 Millionen Franken für eine drohende Busse der Wettbewerbskommission (Weko) das Ergebnis verhagelt. Andererseits erhöhte ein ausserordentlicher Ertrag aus einem Rechtsfall der italienischen Breitbandtochter Fastweb in der Höhe von 55 Millionen Euro den Gewinn.

Ohne diese Sonderfaktoren hat die Swisscom 2016 weniger Gewinn erwirtschaftet. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) sank um 1,2 Prozent. Grund dafür ist vor allem ein rückläufiges Ergebnis im Schweizer Kerngeschäft, wie die Swisscom in ihrer Mitteilung von heute schreibt.

Man habe in diesem Geschäftsfeld unter dem Preisdruck und den tieferen Roaminggebühren gelitten. Zudem seien die Kosten zur Gewinnung von Kunden angestiegen. Positiv ausgewirkt habe sich jedoch das Wachstum bei Fastweb und das Sparprogramm, dass die Kosten um rund 50 Millionen Franken gesenkt habe.

Schaeppi: «Versprechen eingelöst»

Der Umsatz des Konzerns hat 2016 bei 11,6 Milliarden Franken stagniert. Der Betriebsgewinn (Ebitda) inklusive Sondereffekte ist um 5 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken angestiegen, womit die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen hat.

CEO Urs Schaeppi freut sich über das Ergebnis: «Wir haben unser Versprechen eingelöst und die Prognose für 2016 erreicht,» heisst es in der Mitteilung.

Schaeppi verdiente lediglich 1000 Franken mehr

Nebst den Kennzahlen fürs Geschäftsjahr 2016 veröffentlichte die Swisscom auch den Geschäftsbericht. Darin weist sie die Lohnbezüge seines Managements aus. Konzernchef Schaeppi verdiente 1,833 Millionen Franken. Das sind gerade 1000 Franken mehr als 2015.

Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli hingegen erhielt weniger Salär. Er bezog 557'000 Franken, davon 27'000 Franken Sitzungsgeld. Im Jahr 2015 verdiente Loosli noch 591'000 Franken. (sda)

Erstellt: 08.02.2017, 07:22 Uhr

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