Blocher verkauft die «Basler Zeitung»

Tamedia übernimmt von der Zeitungshaus AG die «BaZ». Markus Somm wird noch ein halbes Jahr lang als Chefredaktor tätig sein, danach als Autor.

Blocher lässt durchblicken: Politisch und personell wird er bei den Zeitungen seine eigene Linie fahren. Video: Tamedia/SDA

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Der Zürcher Medienkonzern Tamedia, zu dem auch Tagesanzeiger.ch/Newsnet gehört, kauft die «Basler Zeitung» (BaZ). Dafür geht unter anderem das «Tagblatt der Stadt Zürich» an die Zeitungshaus AG, wie Tamedia und die Zeitungshaus AG am Mittwoch mitteilten.

Die «BaZ» gehörte seit 2014 Christoph Blocher, dem Konzernchef Rolf Bollmann und dem Chefredaktor Markus Somm. 2010 hatten der Financier Tito Tettamanti und der Medienanwalt Martin Wagner die «Basler Zeitung» der früheren Verlegerfamilie abgekauft. Vermutungen, Christoph Blocher wirke im Hintergrund mit, bestätigten sich 2013. Über Umwege gelangte die Zeitung 2014 schliesslich ganz an Blocher, Bollmann und Somm.

Die «Basler Zeitung» weist gemäss den aktuellsten Zahlen der AG für Werbemedienforschung (WEMF, inklusive Replica) eine Auflage von 46'353 Exemplaren auf; 2014 waren es 53'498 Exemplare gewesen. Gemäss neuster MACH-Basic-Studie hat die «BaZ» 2018 (inklusive Replica) 99'000 Leserinnen und Leser. Seit 2013 ist die Zahl der Leserinnen und Leser um 19,5 Prozent abgesackt.

Das «Tagblatt der Stadt Zürich» hat gemäss WEMF eine aktuelle Auflage von 126'594 Exemplaren. Die wöchentlich erscheinende Zeitung ist derzeit das Amtsblatt der Stadt Zürich. Sie wird in die meisten Haushalte verteilt. An der Tagblatt der Stadt Zürich AG ist neben Tamedia auch die Lokalinfo AG beteiligt.

Seit 2013 bei Tamedia gedruckt

In den vergangenen Jahren war es innerhalb des Basler Zeitungskonzerns zu mehreren Umstrukturierungen gekommen. 2011 baute CEO Bollmann Stellen ab und schloss 2013 die Zeitungsdruckerei. Gedruckt wird die «BaZ» seither bei Tamedia. Diesen Druckauftrag hatte die «BaZ» jedoch gemäss Angaben der Tamedia im vergangenen Jahr per Ende April 2018 ordentlich gekündigt. Im Internet ist die «BaZ» zudem unter dem Newsnet-Verbund gemeinsam mit Tamedia präsent. Diese Zusammenarbeit wurde vor rund zehn Jahren gestartet.

Seit Frühjahr 2017 besorgt das Medienhaus Somedia in Chur Korrektur und Layout für die «Basler Zeitung». Eine angedachte Zusammenarbeit beim Mantelteil mit Somedia kam dagegen nicht zustande.

Pietro Supino nimmt Stellung zur BaZ-Übernahme. (18. April 2018) Video: SDA

Im vergangenen Herbst war bekannt geworden, dass die BaZ Holding AG per 2018 unter dem neuen Namen Zeitungshaus AG formell nach Baar ZG verlegt wird. Im August hatte sie dem Zehnder Wochenzeitungsverlag 25 Gratisblätter abgekauft. Jene 25 Blätter sind gemäss damaligen Angaben künftig in einer neuen Zeitungshaus-AG-Tochter zusammengefasst, der Swissregio Media AG in Baar. In Basel verbleibt die zweite Tochter, die National Zeitung und Basler Nachrichten AG, die die «BaZ» herausgibt. Sie tritt neu unter dem Namen Basler Zeitung AG auf.

Die «Basler Zeitung» war 1977 durch die Fusion der linksliberalen «National-Zeitung» mit den bürgerlich-konservativen «Basler Nachrichten» entstanden. Die Zeitung gehörte einst quasi zur Grundausstattung jeden Haushalts der Region Basel. Nachdem die katholisch geprägte «Nordschweiz» und die linke «Basler AZ» eingegangen waren, war sie in den 1980er-Jahren noch dominanter geworden. (nag/sda)

Erstellt: 18.04.2018, 09:20 Uhr

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