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UBS profitiert von Trump und Börsen

Die Bank präsentiert die Quartalszahlen: Die Trading-Einnahmen steigen, und die vermögenden Kunden getrauen sich wieder zu investieren.

700 Milliarden mehr Quartalsgewinn als die CS, das erfreut UBS-CEO Sergio Ermotti. Foto: Ennio Leanza (Keystone)
700 Milliarden mehr Quartalsgewinn als die CS, das erfreut UBS-CEO Sergio Ermotti. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Im Schatten der heutigen Generalversammlung von Lokalkonkurrentin Credit Suisse publizierte die UBS einen Quartalsgewinn von 1,3 Milliarden Franken. Das sind 600 Millionen mehr als im ersten Quartal 2016, und es sind 700 Millionen mehr, als die CS am Mittwoch ausgewiesen hat. Die Spitze der UBS zeigte sich entsprechend zufrieden. «Unser sehr starkes Ergebnis im ersten Quartal unterstreicht die Power und das Potenzial unseres Geschäftsmodells», sagte CEO Sergio Ermotti.

Die UBS sei der «einzige wahrhaft globale Vermögensverwalter», meinte die Bank. Man sei in der Betreuung von vermögenden Privatkunden nicht nur global die Nummer 1, sondern auch in den Teilmärkten Asien, Europa und der Schweiz. In Amerika stehe die UBS unter den fünf Grössten auf Platz 4, neben vier US-Anbietern. Einzig in den aufstrebenden Märkten habe eine andere Bank die Nase vorn; eine aus der Schweiz. Gemeint ist die Credit Suisse.

Die führende Position im Private Banking mit vermögenden Kunden hinterliess Spuren bei den Einnahmen. 7,5 Milliarden Franken nahm die Bank in den drei Monaten ein, das waren rund 700 Millionen mehr als in der Vergleichsperiode. Um beim Gewinn entsprechend zuzulegen, braucht es Kostendisziplin. Die hatte die Bank, ihre Ausgaben blieben bei 5,8 Milliarden stabil.

Swing-Faktor im ersten Quartal 2017

Entscheidend beigetragen zum Erfolg hat US-Präsident Trump respektive dessen Wahl im November. Seither kennen die Börsen kein Halten mehr. Und nun haben sich auch die Kunden der UBS ein Herz gefasst. Sie investieren wieder, legen ihr Bargeld in Wertpapiere an. 400 Millionen Franken mehr Vorsteuergewinn der UBS gehen auf das Konto von höheren Trading-Einnahmen, 300 Millionen auf höhere Kundengebühren. Es ist eindeutig: Bei den Börsen- und Anlage-Aktivitäten für ihre Kunden lag der Swing-Faktor der UBS im ersten Quartal 2017.

Für die weltweite Vermögensverwaltung der UBS und ihren Chef, den Schweizer Jürg Zeltner, kommt der Aufschwung zur rechten Zeit. Zeltner hat Ambitionen, CEO Sergio Ermotti in den nächsten Jahren zu beerben. In den zurückliegenden Quartalen hatte er mit schlechten Margen enttäuscht. 2016 sanken sie von 27 auf noch 21 Basispunkte, entsprechend 0,21 Prozent auf die verwalteten Vermögen. Nun schoss die wichtige Kennziffer auf 29 Basispunkte hoch. Das führte zu deutlich mehr Vorsteuergewinn im internationalen Private Banking: Waren es im 4. Quartal 2016 nur noch gut 500 Millionen Franken, so sind es jetzt fast 730 Millionen vor Steuern.

Vermögensverwaltug vor Investment und Schweizer Geschäft

Die globale Vermögensverwaltung hat ihre Bedeutung als wichtigste Division im UBS-Konzern unterstrichen. An die zweite Stelle hat sich die Investmentbank mit einem Vorsteuergewinn von über 550 Millionen Franken geschoben, ein Plus um 50 Prozent. Drittstärkste Division in der internen Hackordnung ist die Schweiz mit knapp 440 Millionen Vorsteuergewinn – dort fiel der Anstieg mit weniger als 4 Prozent Plus bescheiden aus. Die Negativzinsen werden allmählich zur Belastung. Nichts Neues bei den zwei restlichen Bereichen: Das Asset Management bleibt schwach, die US-Vermögensverwaltung stark.

Das Resultat stimmt die UBS zuversichtlich. «Die globale wirtschaftliche Erholung dürfte sehr wahrscheinlich anhalten», hält sie fest, man sei «gut aufgestellt», um «von einer weiteren Erholung des Marktumfelds zu profitieren». Zum Konflikt in Frankreich gibt es keine Neuigkeiten: Im anstehenden Strafprozess wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäscherei stehen 1,1 Milliarden auf dem Spiel. Die Rückstellung hat die früheren Abschlüsse betroffen. Im ersten Quartal 2017 konnte die Bank hingegen von der Auflösung von Reserven für Rechtskonflikte profitieren, und zwar um stolze 350 Millionen.

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