UBS-Fondsgeschäft steht zur Diskussion

Die Grossbank soll mit der Deutschen Bank über eine Fusion der beiderseitigen Aktivitäten im Asset-Management verhandeln. Entstehen würde einer der grössten europäischen Anbieter.

Das Asset-Management der UBS verwaltet Vermögen von rund 780 Milliarden Dollar. Foto: Samuel Schalch

Das Asset-Management der UBS verwaltet Vermögen von rund 780 Milliarden Dollar. Foto: Samuel Schalch

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Wohin geht die Reise der Asset-Management-Sparte der UBS? Einiges spricht momentan dafür, dass die Grossbank und ihr Geschäft mit dem Verkauf von Anlagefonds an Gross- und Privatinvestoren getrennte Wege einschlagen werden. Die Rede ist von einem Zusammenschluss der Asset-Management-Aktivitäten von UBS und Deutscher Bank. Diese Aktivitäten sind in derbörsenkotierten Gesellschaft DWS zusammengefasst, an der die Deutsche Bank mit knapp 80 Prozent beteiligt ist.

Jedenfalls berichtete die britische «Financial Times» gestern, dass die beiden Banken «ernsthaft» über eine Fusion ihrer Fondsgeschäfte reden würden. Wie genau ein solcher Schulterschluss vollzogen würde und wer in einer solchen fusionierten Einheit letztendlich das Sagen hätte, scheint noch ziemlich offen zu sein.

Gleich grosse Partner

Laut dem Zeitungsbericht sieht eine mögliche Option vor, dass die UBS ihr Asset-Management ausgliedern und in die DWS einbringen würde; im Gegenzug bekäme die Zürcher Grossbank eine (Minderheits-)Beteiligung an der vergrösserten DWS. Von der UBS war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Heute legt sie den Abschluss zum ersten Quartal 2019 offen.

Gerüchte über ein Zusammengehen von UBS und Deutscher Bank im Asset-Management kursieren bereits seit Anfang April in den Medien. Damals hatte es geheissen, die Schweizer prüften eine Übernahme von DWS in der Absicht, diese mit den eigenen Fondsaktivitäten zu verschmelzen und später als unabhängiges Unternehmen vom UBS-Konzern abzuspalten.

Dass in einem allfälligen Asset-Management-Verbund von UBS und DWS die Rollen des Junior- und Seniorpartners nicht klar auf der Hand liegen, hat einen einfachen Grund: Die beiden Protagonisten sind ähnlich gross. Das Asset-Management der UBS hatte per Ende 2018 verwaltete Vermögen von rund 780 Milliarden Dollar, die Tochter der Deutschen Bank kam gleich-zeitig auf umgerechnet rund 750 Milliarden Franken.

Somit stehen die zwei Akteure auch vor der gleichen Herausforderung: Sie bringen zu wenig Gewicht auf die Waage, um längerfristig gegen die Konkurrenten in den USA zu bestehen. Die Grössenvorteile sind im Fondsvertrieb besonders augenfällig – und sie werden noch wichtiger. Dafür sorgen steigende Kosten aufgrund höherer regulatorischer Anforderungen, aber auch wegen zunehmender Ansprüche der Kunden. Hinzu kommen die immer engeren Gewinnmargen und der ungebrochene Zulauf der Investoren zu billigeren passiven Anlageprodukten.

1 Billion Dollar als Minimum

All diese Einflüsse treiben das Fusionsfieber im Asset-Management in die Höhe. Unter Beobachtern gilt in dem wettbewerbsintensiven Geschäft die Marke von 1 Billion Dollar an verwalteten Vermögen als kritische Grösse, um auf Dauer zu überleben.

Würde die UBS-Sparte mit DWS zusammenspannen, wäre das Duo schlagartig auf Augenhöhe mit der französischen Amundi, die per Ende 2018 Vermögen in Höhe von 1,4 Billionen Euro verwaltete. Für die Mitarbeitenden – im UBS-Asset-Management gab es zuletzt 2301 Vollzeitstellen – dürfte es hingegen bitter werden: Eine wie immer geartete Fusion wäre unweigerlich mit dem Verlust einer grösseren Zahl von Arbeitsplätzen verbunden.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 24.04.2019, 21:23 Uhr

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