Überhöhte Preise auf SBB-App und an Billettautomaten

Wer einfach Abfahrts- und Zielort eintippt, den kostet eine längere Reise mit Bahn und Bus bis zu einem Drittel mehr.

Machen Kunden bei längeren Reisen zwei separate Buchungen, kostet die Reise unter Umständen weniger – trotz gleicher Route und gleicher Verkehrsmittel. Foto: Keystone

Machen Kunden bei längeren Reisen zwei separate Buchungen, kostet die Reise unter Umständen weniger – trotz gleicher Route und gleicher Verkehrsmittel. Foto: Keystone

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Wer blindlings der SBB-App oder dem Billettautomaten am Bahnhof vertraut, der bezahlt für die ÖV-Reise unter Umständen deutlich zu viel. Recherchen von «SonntagsBlick» zeigen: Wer einfach Abfahrts- und Zielort eintippt, den kostet die Fahrt mit Bahn und Bus bis zu einem Drittel mehr als jene, die sich beim Ticketkauf etwas mehr Zeit lassen. Machen Kunden bei längeren Reisen zwei separate Buchungen, kostet die Reise unter Umständen weniger – trotz gleicher Route und gleicher Verkehrsmittel.

Ein Beispiel das der «SonntagsBlick» berechnet hat: SBB-App und Billettautomat verrechnen für die Fahrt Bern–Jaun/Dorf 47.20 Franken (mit Halbtax, 2. Klasse, Hin- und Rückfahrt). Macht man aber zwei separate Buchungen (Bern–Fribourg retour, Fribourg–Jaun retour), kostet die Reise nur 31 Franken, trotz gleicher Route, gleicher Züge, gleicher Busse. Sparpotenzial: 16.20 Franken, mehr als ein Drittel des von der SBB-App ursprünglich angegebenen Verkaufspreises.

Das ist kein Einzelfall. Von Zürich HB nach Fusio im Tessiner Maggiatal bezahlen Halbtax-Inhaber mit einer direkten Von-nach-Buchung 45.80 Franken. Mit zwei separaten Buchungen (Zürich HB–Locarno, Locarno–Fusio) kostet die Reise hingegen nur 39.10 Franken, 15 Prozent weniger.

Die SBB wollen dazu keine Stellung nehmen und verweisen an CH-direct, den nationalen Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs. Dieser begründet das Problem damit, dass es in der Schweiz zwei unterschiedliche Tarifarten gebe. Sprecher Thomas Ammann: «Im nationalen Direkten Verkehr, an welchem sämtliche Transportunternehmen beteiligt sind, werden Streckenpreise auf Kilometerbasis berechnet. Dies mit einer Degression, so dass der Preis pro Kilometer sinkt, je weiter man fährt. In den regionalen Verbünden wird das Gebiet in Zonen unterteilt und man fährt innerhalb einer Zone unabhängig von der Distanz zum selben Preis.» Die unterschiedlichen Tarifsysteme bewirkten je nach Strecke unterschiedliche Preise. (anf/sda)

Erstellt: 14.04.2019, 19:00 Uhr

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