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«Wir stehen am Abgrund»

Die Verwerfungen durch die Globalisierung sind immens, Machtgefüge verschieben sich: Hafen von Kwai Chung in Hongkong. Foto: Keystone

Wie beurteilen Sie den Handelskonflikt zwischen den USA und China? Inwiefern geht dieser über die wirtschaftlichen Differenzen hinaus?

Können Sie das genauer ausführen?

«Die USA müssen ihre internationale Rolle überdenken und die essenzielle Rolle von China akzeptieren.»

Besteht also die Gefahr, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA noch verschärft?

Man konnte jüngst den Eindruck gewinnen, die bisherige wirtschaftliche Architektur der Weltordnung werde immer weniger akzeptiert und befinde sich im Niedergang.

Was meinen Sie konkret mit dem Brechen von Regeln?

«Wir stehen am Abgrund, und es wird gefährlich, wenn sich in ein bis zwei Jahren nichts ändert.»

Lässt sich denn das Nachkriegssystem noch reparieren?

Und was könnte die Lage denn verbessern?

Was müsste denn konkret getan werden?

Etwas in dieser Art gibt es bisher nicht.

«Es braucht einen Narrativ von Fairness, Würde und Kontrolle.»

In Davos haben Sie gesagt, es brauche eine Art neue Ideologie, einen neuen Narrativ, weil dem alten die Glaubwürdigkeit abhandengekommen sei. Dem alten System fehle die notwendige und breit geteilte Glaubwürdigkeit. Wie sollte denn eine solch neue Ideologie aussehen, und was sollten Politiker tun?

Also mehr Kontrolle der einzelnen Nationen als jetzt?

Wie kann dem entgangen werden?

Und wie steht es um die Eliten?

«Trump ist ein Symptom und keine Ursache.»

In Europa haben wir manchmal den Eindruck, es habe sich alles erst mit Donald Trump geändert. Welche Rolle spielt er wirklich für das Auftreten der USA?

In Europa sehen wir wenig Konsens darüber, wie weit man zusammen weitergehen will. Da zeigt sich immer weniger von einem geteilten Narrativ beziehungsweise einer geteilten Ideologie.

Wie sehen Sie hier die Rolle der Unternehmen?

«Heute ist die Frage, welche Form ein solcher Krieg annehmen würde.»

Was kann denn passieren, wenn es zu spät ist? In Davos haben Sie gesagt, am Ende einer globalen Ordnung sei bisher ein Krieg gestanden.

Das wäre dann vergleichbar mit dem Ersten Weltkrieg.

Wir sind einer solchen Situation doch schon nahe.

«Wenn die USA aktiv Elemente der gegenwärtigen Weltordnung unterminieren, haben wir grosse Probleme.»

Braucht es denn nicht eine führende Macht, damit eine internationale Ordnung Bestand haben kann? Die USA haben doch eine besondere Rolle. Wenn sie nicht mehr bereit sind, die Ordnung aufrechtzuerhalten, werden andere versuchen, in die Bresche zu springen.

Tun sie das denn?

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