Wohin die Schweizer im Sommer in die Ferien gehen

Donald Trump schreckt Touristen aus der Schweiz nicht ab, wie eine Umfrage zeigt. Welche Destinationen hingegen gemieden werden.

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Mit dem Schiff den Atlantik überqueren oder auf dem Mittelmeer von Ort zu Ort schippern: Kreuzfahrten stehen auch 2017 sehr häufig auf den Sommer-Ferienplänen der Schweizerinnen und Schweizer. Nach wie vor im Trend sind zudem Ferienziele am Mittelmeer.

Die Sommerferien auf dem Schiff zu verbringen, ist auch dieses Jahr gefragt. «Das Image als Reisen für Alte konnte abgelegt werden,» sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von Hotelplan Suisse. Attraktiv sei dabei das breite Angebot, das von Jass- und Musik-Schiffsreisen bis zu Golfreisen mit dem Schiff reiche.

Ähnlich tönt es bei Kuoni. Gestiegene Preise an populären europäischen Ferienorten stützten die Entwicklung. Hinzu komme aber auch, dass sich die Touristen aufgrund der Meldungen über Attentate in Europa Gedanken über ihre Sicherheit machten und daher Alternativen für Ferien auf dem Kontinent suchten.

Türkei weiterhin unattraktiv

Wegen Sicherheitsbedenken gemieden werden nach wie vor Reiseziele in der arabischen Welt – abgesehen von Dubai und Abu Dhabi. Während Ägypten und Tunesien gegenüber dem Vorjahr wieder zulegen konnten, ist die Türkei als Reiseziel nach wie vor weniger gefragt.

Aufgrund der politischen Lage ist nicht damit zu rechnen, dass sich dies bald ändern wird. Die Hotelplan-Sprecherin bestätigt: «Wir bezweifeln, dass wir hier wieder Vorjahreswerte erreichen werden.» Die Touristen seien zu verunsichert, um in die Türkei zu reisen, erklärt auch Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter.

Unter den weiteren Reisezielen für den Sommer liegen Griechenland, Spanien, Italien und Kroatien weit vorne, wie die Reiseveranstalter feststellen. Vor allem Ferien in Mallorca, auf den Kanaren sowie auf den griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos werden stark gebucht.

Im Sommer und Herbst 2016 hätten Kos und Rhodos wegen der Flüchtlingsthematik noch einen starken Rückgang an Buchungen erlitten, heisst es bei Hotelplan Schweiz. Diesen Effekt gebe es dieses Jahr nicht mehr. Auch der Kuoni-Sprecher bestätigt, dass Flüchtlinge an Stränden derzeit kaum mehr ein Thema seien, das Touristen vor diesen Destinationen abschrecke.

Bei urbanen Feriengelüsten sind Städte in nordischen Ländern oder Wien und Prag sehr gefragt. Geheimtipps beim Reiseveranstalter TUI sind Riga und Göteborg.

Kein Trump-Effekt

Bei den Fernreisen, die aufgrund der Sicherheitsbedenken ebenfalls stärker als in anderen Jahren gebucht werden, stossen die USA, Kanada, der Indische Ozean und Thailand auf grosses Interesse. Auch der Oman und die Kapverden sind beliebte Ziele.

Einen eigentlichen Trump-Effekt in dem Sinne, dass seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten weniger USA-Reisen gebucht würden, können die angefragten Reiseveranstalter nicht feststellen. «Bei der Wahl Trumps lagen die USA-Buchungen bei plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, jetzt sind wir immer noch 8 Prozent im Plus», heisst es bei Hotelplan. Stärker als die präsidiale Administration falle wohl der Dollarkurs ins Gewicht.

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Keine USA-Ferien wegen Donald Trump?






Boom bei Reisen nach Kanada

Einen Boom sieht man bei Hotelplan derzeit bei den Reisen nach Kanada, insbesondere in Kombination mit Campern. Da habe man früh buchen müssen, Wohnwagen seien kaum mehr oder nur noch zu hohen Preisen erhältlich.

Kuoni und Hotelplan registrieren zudem in diesem Jahr eine generell höhere Reiselust. Tendenziell würden die Touristen lieber mehrmals im Jahr kürzer verreisen als bloss einmal, dafür aber länger. (woz/sda)

Erstellt: 08.05.2017, 10:53 Uhr

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