Zahl der Glyphosat-Klagen gegen Bayer hat sich verdoppelt

Die Klagewelle gegen den Pharmakonzern reisst nicht ab. Dafür ist die Nachfrage an Medikamenten und Agrarprodukten gross.

Das Bayer-Logo am Hauptsitz des Konzerns in La Garenne-Colombes bei Paris. (Archivbild) Bild: Benoit Tessier/Reuters

Das Bayer-Logo am Hauptsitz des Konzerns in La Garenne-Colombes bei Paris. (Archivbild) Bild: Benoit Tessier/Reuters

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Die Klagewelle in den USA gegen den Pharma- und Chemiekonzern Bayer um die Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters Glyphosat hat wie erwartet nochmals deutlich zugenommen. Bis zum 11. Oktober wurden etwa 42'700 Klagen zugestellt

Dies gab Bayer am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal bekannt. Das sind mehr als doppelt so viele Klagen als die 18'400 von Mitte Juli.

Die Klagezahl schnellt seit August 2018 nach oben. Bayer hat mittlerweile drei Prozessniederlagen in den USA hinnehmen müssen und war in erster Instanz zu hohen Strafen verurteilt worden. Zuletzt hatten die Klägeranwälte erneut um weitere Mandanten geworben. Der Druck auf Bayer, sich in einem Vergleich mit der Gegenseite zu einigen, dürfte damit steigen.

Die Klagewelle hat sich Bayer mit der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt, der Glyphosat entwickelt hat. Mit dem Zukauf wurde das Agrargeschäft deutlich ausgebaut und Bayer zum weltweit grössten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln.

Ergebnisse auf Kurs

Bei den Jahreszielen sieht sich der Konzern hingegen auf Kurs. Bayer profitierte im dritten Quartal von der Nachfrage nach Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto. Auch das Agrar-Geschäft, in dem der 2018 übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto aufging, legte zu. Der Konzernumsatz stieg in den drei Monaten bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 9,83 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 7,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Beide Werte lagen leicht über den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Der Überschuss fiel zwar um 64 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Allerdings hatte der Verkauf von Teilen des Saatgutgeschäfts an die BASF dem Dax-Konzern im Vorjahr einen Sondergewinn beschert.

(oli/sda)

Erstellt: 30.10.2019, 09:50 Uhr

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