Starökonom Roubini und das fehlende Bitcoin-Video

Ist Bitcoin ein Betrug? Jüngst debattierte Nouriel Roubini öffentlich mit einem Krypto-Unternehmer. Um die Aufnahme des Gesprächs ist ein heftiger Streit entbrannt.

Bitcoin-Kritiker Nouriel Roubini: Er will, dass das Video der Konferenz veröffentlicht wird.

Bitcoin-Kritiker Nouriel Roubini: Er will, dass das Video der Konferenz veröffentlicht wird. Bild: Lucy Nicholson/Reuters

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Seit einigen Tagen fliegen auf Twitter die Fetzen. Zwischen Starökonom Nouriel Roubini und dem Kryptobörsenbetreiber Arthur Hayes ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Die Auseinandersetzung der beiden gärt schon länger. Viele Beobachter waren daher gespannt auf das Gespräch an einer Konferenz in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Dort standen sich die beiden vor wenigen Tagen auf der Bühne gegenüber. Das Streitgespräch wurde in bester Boxer-Manier als der «Tangle von Taipei» angekündigt.

Sowohl Roubini als auch Hayes behaupten seither, auf dem Podium die bessere Figur gemacht zu haben, und dass das Gegenüber auf die stichhaltigen Argumente keine Antwort mehr gehabt habe. Nur ein Video davon gibt es nicht. Respektive, es wurde noch nicht veröffentlicht. Dies ganz im Gegensatz zum Rest der Konferenz, die live im Internet verfolgt werden konnte. Roubini fordert nun seit Tagen in einer Reihe von Tweets, dass auch das Streitgespräch für jeden einsehbar ist. Hayes sei ein Feigling, weil er das Video unterschlage.

Roubini geht dabei Hayes hart an. Dessen Kryptobörse Bitmex erlaube Insiderhandel und Frontrunning, verlange überhöhte Gebühren und nehme es auch sonst mit der Aufsicht nicht so genau. Laut Hayes werde das Video zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht, er brauche dafür mehr Zeit. Wer es ansehen könne, würde sich aber ein Bild machen können, wie wenig Roubini von Wirtschaft und Technologie verstehe.

Unterdessen ist eine Tonaufnahme aufgetaucht. Doch ist die Tonqualität schlecht. Roubini kritisiert die Kryptowährungen schon lange. Letztes Jahr trat er im US-Senat auf und kritisierte sie scharf. Es handle sich bei den Kryptowährungen um die Mutter aller Betrugsmaschen. Der Bitcoin, als das berühmteste Beispiel der neuen Währungen, sei nicht unabhängig, da er von undurchsichtigen Kreisen aus Russland und China kontrolliert werde. Zudem sei die Blockchain, eine Technologie, die vielen Digitalwährungen zugrunde liegt, völlig überschätzt und nichts anderes als eine einfache Tabelle oder Datenbank.

Auch würde laut Roubini mit Bitcoin besonders viel Energie verschwendet. Laut einer neuen Internetseite der Universität Cambridge ist der Energieverbrauch bereits grösser als derjenige der Schweiz. (jb)

Erstellt: 05.07.2019, 21:14 Uhr

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