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Swiss Re sieht Versicherungsbranche vor schwierigem Jahr

London Die Swiss Re sieht die Versicherungsbranche angesichts von Euro-Schuldenkrise und Konjunktursorgen vor einem weiteren schwierigen Jahr.

Die niedrigen Zinsen und die schwachen Renditen von Staatsanleihen belasteten die Profitabilität der Unternehmen, erklärte Chefökonom Kurt Karl am Donnerstag in London. Diese Entwicklung werde sich 2012 verschärfen. Die schwache Wirtschaftsentwicklung in den USA und Europa lasse zudem die Prämien langsamer wachsen als bislang erwartet. Die Aussichten dürften sich erst für 2013 verbessern. Von einer Rückkehr zu Vorkrisen-Renditen ist die Branche der Studie zufolge noch weit entfernt. Höhere Absicherungskosten und schärfere Kapitalanforderungen erschwerten dies zusätzlich zu den konjunkturellen Risiken. Dieses Jahr werden die Ergebnisse der Sachversicherungen zudem durch hohe Katastrophenschäden stark belastet. Dies habe aber zumindest dazu geführt, dass die Rückversicherungen ihre Prämien erhöhen konnten. Die Versicherungswirtschaft sei dank einer stärkeren Kapitalbasis besser für neue Verwerfungen vorbereitet als vor der Finanzkrise 2007. «Gegenwärtig geht das grösste Risiko für die Wirtschaftsaussichten von den politischen Entwicklungen in Europa aus, die zu ungeordneten Staatsbankrotten oder sogar zu Austritten aus der Europäischen Währungsunion führen könnten», sagte Chefökonom Karl. Gleich danach komme die politische Blockade in den USA. «Diese verhindert eine vernünftige Haushaltssanierung, welche das Wachstum fördern und das Defizit reduzieren könnte.» Die Folge sei, dass in beiden Regionen über längere Zeit schwaches Wachstum drohe. Gut gerüstet sei die Versicherungsbranche für den Fall, dass es neben Griechenland auch in Portugal und in Irland zu einem Schuldenschnitt von rund 50 Prozent kommen könnte. Deutlich schwieriger werde es, wenn dies auch für Spanien und Italien beschlossen würde. In einem solchen Fall rechnet Swiss Re mit Abschreibungen von 25 bis 35 Prozent des Eigenkapitals.

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