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Swiss-Chef warnt: Zürich-Kloten verkommt zum Provinzflughafen

Strengere Vorschriften und eingeschränkte Ausbaumöglichkeiten am Zürcher Flughafen stossen bei der Fluglinie Swiss auf Widerstand.

Der Luftverkehr könnte künftig stärker nach München und Wien ausweichen, befürchtet Airline-Chef Harry Hohmeister. Seit Juli gilt in Zürich-Kloten eine längere Nachtruhe. Im Winter, wenn Flugzeuge häufiger verspätet sind, dürften auf die Fluglinie und den Flughafen Probleme zukommen, sagte Hohmeister im Gespräch mit der «SonntagsZeitung». Bei Eis, Nebel oder Schnee sei es schwierig, abends pünktlich an- und abfliegen zu können. Zudem liegt bis Ende Oktober der neue Richtplan für den Flughafen zur Vernehmlassung auf. Dieser zementiere aber den heutigen Zustand, beklagt Hohmeister. Darunter litten angesichts steigender Passagierzahlen die Drehscheibe Zürich und damit die Schweizer Wirtschaft, aber auch das Wachstum der Swiss. «Es braucht parallele Bahnen» Dabei will die Lufthansa-Tochter aber grösser werden und neue Destinationen anfliegen. Vor einer Woche war bekannt geworden, dass die Swiss für eine Milliarde Franken neun neue Flugzeuge für Kurz- und Langstrecken kaufen wird. «Diesen Ausbau werden wir noch in die bestehende Infrastruktur einbetten können», sagte Hohmeister. In den kommenden zwei Jahrzehnten müsse aber praktisch das ganze Pistensystem überdacht werden: «Es braucht die Möglichkeit für zwei parallele Bahnen», sagte der Airline-Chef. Wieder mehr Erstklass-Passagiere Auf den Interkontinental-Flügen begrüsst die Swiss derweil wieder mehr Erst- und Business-Class-Passagiere, nachdem vor allem Firmen während der Krise für ihre Mitarbeiter günstigere Tickets gebucht hatten. Auf den europäischen Strecken fliegen die Passagiere aber weiter Economy. Das bereitet Hohmeister Sorgen: «Deshalb müssen wir mittelfristig über Massnahmen auf der Kostenseite nachdenken.» Im laufenden Jahr werde der Europa-Verkehr aber mit einer schwarzen Null abschliessen, prognostizierte der Swiss-Chef. Ohne unvorhergesehene Ereignisse wie Naturkatastrophen und Pandemien dürfte die Gesellschaft 2010 mit einem Ergebnis «deutlich über dem Vorjahr» abschliessen.

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