Traum vom Eigenheim: Wer sich wie lange Zeit nimmt

Laut einer neuen Umfrage zeigen sich beim Immobilienkauf grosse regionale Unterschiede.

Regionale Unterschiede beim Hauskauf: Dort, wo die Auswahl gross ist, lassen sich die Käufer mehr Zeit.

Regionale Unterschiede beim Hauskauf: Dort, wo die Auswahl gross ist, lassen sich die Käufer mehr Zeit. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Der Traum vom Eigenheim beginnt mühsam. Man muss sich entscheiden, wo und wie man für die nächsten Jahre wohnen möchte und wie viel Geld man dafür braucht – und man muss sich Gedanken darüber machen, welche Kompromisse man eingehen will, wenn die eigenen Vorstellungen vom Traumhaus nicht ins Budget passen. Dann geht die Suche los – und die kann je nach Wohnort lange dauern.

Die Zeitdauer hängt stark davon ab, in welcher Region die Immobilienkäufer leben. Der Hypothekenspezialist Moneypark und der Immobilienmakler Alacasa haben zusammen rund 1000 Schweizer danach befragt, wie lange sie nach ihrer Immobilie suchten. An Moneypark ist Tamedia beteiligt, das Unternehmen gibt auch diese Zeitung heraus.

Langsame Zentral- und Ostschweizer

Dabei zeigen sich bedeutende regionale Unterschiede. Zürcher werden laut der Umfrage sehr viel schneller fündig als Immobilienkäufer in anderen Regionen. Am längsten lassen sich die Ostschweizer und die Zentralschweizer Zeit. In der Ostschweiz ist der Anteil derjenigen, die innert drei Monaten ihr Eigenheim finden, am kleinsten.

Es ist laut Moneypark kein Zufall, dass Zürcher schnell zuschlagen. Denn sie würden schnell handeln, wenn das geeignete Objekt auf dem Markt erscheine. «Schnelligkeit ist ein Schlüsselfaktor, um die Wunschimmobilie zu erhalten, da nach wie vor in der Region Zürich die Nachfrageseite überwiegt», so eine Sprecherin. Zürich als starker Wirtschaftsstandort verfüge im Vergleich über eine breitere Schicht an gut verdienenden Haushalten. Daher sei die Bereitschaft grösser, für Wohneigentum das nötige Kapital einzusetzen. «Auch im Vergleich höhere Preise schrecken offensichtlich nicht davon ab, sich den Wohntraum zu leisten, da die Perspektiven in der Region Zürich als ausgesprochen gut wahrgenommen werden», so die Moneypark-Sprecherin.

Grosse Auswahl sorgt für entspannteren Kauf

Dass sich die Käufer in anderen Regionen wie der Zentralschweiz länger Zeit lassen, hat ebenfalls einen einfachen Grund: Sind viele Objekte auf dem Markt, lassen sich die Immobilienkäufer mehr Zeit. «Wer die Wahl hat, hat die Qual», so die Sprecherin von Moneypark. Das Preisniveau widerspiegle nicht nur die Attraktivität der spezifischen Immobilien, sondern auch die der Marktregion. Da in der Vergangenheit an suboptimalen Standorten über Mass Projekte lanciert wurden, die nun auf dem Markt sind, übersteigt das Angebot teilweise die Nachfrage. Entsprechend würden die Suchenden noch selektiver, und die Objekte bleiben länger auf dem Markt.

Bei vielen Schweizern stehen ländlichere Regionen wieder höher im Kurs. Laut der Wohntraumstudie von Moneypark und Alacasa wollen 45 Prozent der Schweizer im Dorf oder am Stadtrand leben. Der Trend gehe damit im Vergleich zu früheren Jahren wieder weg vom Stadtzentrum und den Agglomerationen. Dies zeigt sich auch an den steigenden Leerstandsquoten in den Städten. Die meisten Befragten wünschen sich ein freistehendes Einfamilienhaus. Am besten mit eigenem Garten und schöner Aussicht. Alternativ dazu sind auch Attikawohnungen oder Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus hoch im Kurs.

Durchschnittlich sparen die Schweizer acht Jahre lang, bis sie sich ein Eigenheim kaufen können, heisst es in der Umfrage. Mehr als die Hälfte der Befragten legt Geld zur Seite, um sich dereinst den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Besonders die 20- bis 30-Jährigen würden Geld sparen, um sich ein Eigenheim leisten zu können. Sie seien laut Moneypark die ambitioniertesten Sparer. Doch auch einige derer die nicht sparen, wollen in den eigenen vier Wänden leben. Sie rechnen aber damit, dass sie dereinst ein Haus erben.


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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.04.2018, 14:15 Uhr

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