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Trichet schlägt erneut Finanzministerium für die Eurozone vor

Paris EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat am Montag erneut seine Idee eines gemeinsamen Finanzministeriums für die Eurozone ins Spiel gebracht.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank sagte bei einer Konferenz in Paris, die Schuldenkrise hätte die Schwächen der Eurozone ans Licht gebracht. In der Vergangenheit hätten auch die grossen europäischen Volkswirtschaften die Konvergenzkriterien missachtet, erklärte Trichet. Die Schuldenkrise habe nun die Einsicht gebracht, dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt gestärkt und eingehalten werden müsse. Mehrere europäische Staaten hatten die in der Eurozone maximal erlaubte Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandprodukts regelmässig überschritten. Nachdem sich Länder wie Griechenland und Irland unter den Euro-Rettungsschirm flüchteten, weil sie am Rande der Zahlungsunfähigkeit standen, gilt nun Italien als Wackelkandidat. Nicht zuletzt forderte Trichet die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone zu einem eisernen Sparkurs auf. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi stellte daraufhin einen ehrgeizigen und viel gelobten Reformplan vor, nahm aber von einigen angekündigten Einschnitten bereits wieder Abstand. Trichet erklärte bei der Konferenz zu der Schuldenkrise in Paris, eine Zone mit einer gemeinsamen Währung brauche in der Zukunft auch eine gemeinsame Aufsicht. Eine Konföderation sei vorstellbar mit einem Finanzminister, der die Solvenz der Eurozone überwache, sagte er.

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