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Überraschend geringe Nachfrage nach zusätzlichem EZB-Geld

Frankfurt Die Lage am europäischen Geldmarkt entspannt sich zusehends.

50 Banken riefen am Donnerstag lediglich 29,4 Mrd. Euro bei einem sechs Tage laufenden Sonder- Refinanzierungsgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt ab. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Bedarf gerechnet, zumal gleichzeitig drei Refi-Operationen der Notenbank über zwölf, sechs und drei Monate mit einem Gesamtvolumen von 225 Mrd. Euro zur Rückzahlung fällig wurden. Bereits am Mittwoch hatten sich Europas Geldhäuser bei einem Dreimonatsgeschäft mit der Notenbank nur etwas mehr als 100 Mrd. Euro besorgt. Experten hatten erwartet, dass die Institute 90 Prozent der Rückzahlsumme von 225 Mrd. Euro ersetzen - also gut 200 Mrd. Euro bei der EZB abrufen. Dass die Banken nun nur 134 Mrd. Euro abriefen, werteten Analysten als positives Zeichen für den Zustand der Geldmärkte. EZB- Vizepräsident Vitor Constancio sprach angesichts der überraschend geringe Nachfrage nach Zentralbankgeld von einer «graduellen Normalisierung». Die Vertrauenskrise zwischen den Banken hatten in den Jahren der Finanzkrise nach 2007 immer wieder zu Problemen auf dem für die Bankenrefinanzierung wichtigen Geldmarkt geführt. Die EZB hatte mit umfangreichen Liquiditätsspritzen und einer Vielzahl von extra aufgelegten Refinanzierungsgeschäften ein Austrocknen des Marktes mit unabsehbaren Folgen für das Finanzsystem der Währungsunion verhindert. Sie will diese Hilfen ab dem kommenden Jahr Schritt für Schritt zurückfahren.

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