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Uhrenindustrie schaut auf ein Rekordjahr zurück

Die Schweizer Uhrenindustrie hat 2012 ein Rekordjahr erlebt.

Die Exporte stiegen über die sagenhafte Grenze von 20 Milliarden Franken. Nicht glücklich ist die Branche aber darüber, dass das Parlament für das Label «Swiss Made» bei Industrieprodukten einen Wertschöpfungsanteil von mindestens 50 Prozent in Betracht zieht. Die Uhrenindustrie sei bei der Swissness-Vorlage unter den Wirtschaftsverbänden ein wenig isoliert, sagte Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH), in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Auf Konfrontationskurs ist der Verband besonders mit dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) und dem Dachverband Economiesuisse. Diese stehen dafür ein, dass Industrieprodukte das Swiss-Made-Label erhalten, wenn mindestens die Hälfte der Herstellungskosten in der Schweiz angefallen sind. In diesem Sinn hat vor gut zwei Wochen auch der Ständerat entschieden. Ein Kompromissvorschlag, der für die Uhrenindustrie einen Ausnahmesatz von 60 Prozent vorsah, fand in der kleinen Kammer dagegen keine Gnade. Der Nationalrat hatte im Frühling dagegen noch für einen Satz von 60 Prozent gestimmt - jenen Wertschöpfungsanteil also, hinter den sich laut Pasche auch 90 Prozent der FH-Mitglieder stellen. Breit abgestützte Bemühungen Pasche zeigt sich denn auch enttäuscht von der Haltung des Ständerats: Für die Schweizer Uhrenindustrie entspreche ein Satz von 50 Prozent nicht den Erwartungen, welche die Konsumenten an eine Uhr aus der Schweiz stellten. Die Idee hinter dem Swiss-Made-Label sei es doch, die gute Qualität der Industrieprodukte zu unterstützen und den Werkplatz Schweiz zu stärken. Diese Bemühungen seien in der Branche breit abgestützt und diene auch den Zulieferern, so Pasche. Es gebe keine Unterschiede zwischen kleinen und grossen Marken, und sehr viele KMU würden die FH-Position unterstützen. Für Pasche sind Uhren ein typisches Produkt, das einen Schweizer Wert mit allen damit verbundenen Emotionen beinhaltet. In der Hoffnung, dass das Parlament im kommenden Jahr eine Einigung im Sinne der Uhrenindustrie beschliesst, zieht der FH-Präsident eine sehr positive Bilanz des vergangenen Jahres. In den ersten 11 Monaten stiegen die Uhrenexporte aus der Schweiz im Vergleich zu 2011 um 12,6 Prozent. Die Exporte erhöhten sich damit auf 19,6 Milliarden Franken. 20-Milliarden-Fr.-Grenze in Griffnähe Die Grenze von 20 Milliarden Fr. Exportumsatz dürfte damit ohne Probleme im Dezember erreicht werden. Für 2013 rechnet Pasche mit einer Fortsetzung des Wachstums, auch wenn sich die Geschwindigkeit des Wachstums etwas verlangsamen dürfte. Es habe, aufgrund der Finanzkrise, fast 12 Jahre gedauert, um die Exporte von 10 auf 20 Milliarden Fr. zu erhöhen, hielt Pasche fest. Auch wenn in allen Segmente Zunahmen verzeichnet wurden, sei der Erfolg mit Luxusprodukten am auffallendsten. Es handle sich hier um Uhren mit einem Exportwert von über 3000 Franken und einem Ladenpreis von 10'000 bis 12'000 Franken. Die zwölf für die Uhrenindustrie wichtigsten Exportmärkte verzeichneten laut Pasche 2012 alle ein Wachstum. Wichtigster Markt war Hongkong vor den USA und China. In den letzten Monaten habe auch die Nachfrage in Europa wieder angezogen. Fortschritte gäbe es sogar in Spanien und Griechenland. Auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen bleibe die Schweizer Uhr offenbar ein attraktives Produkt, deren Kauf eine Art Investition darstelle, so Pasche.

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