... und noch ein Schweizer Gratisblatt

Ringier will die Lancierung von «20 Minuten Friday» kontern. Der Verdrängungskampf im Markt der Umsonstpresse spitzt sich zu.

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«20 Minuten», «News», «.ch», «Cash daily» und «Blick am Abend»: Nicht weniger als fünf Gratiszeitungen buhlen in der Deutschschweiz unter der Woche um Leser und Inserenten. Nun deutet alles daraufhin, dass die beiden grössten Medienhäuser die Kampfzone auf das Wochenende ausweiten. Nachdem Tamedia im Juni die Lancierung des Gratismagazins «20 Minuten Friday» angekündigt hat, laufen bei Ringier die Vorbereitungen auf Hochtouren, ein Konkurrenzprodukt auf den Markt, respektive in die Boxen zu werfen.

Laut Recherchen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet arbeitet eine Entwicklungsredaktion bereits an der Konzeption der kostenlosen Lifestylezeitschrift. Die Zeit drängt: Ende Oktober wird das Blatt der Markenfamilie «20 Minuten» in Zusammenarbeit mit der Modezeitschrift «Annabelle» und dem Nightlife-Portal tilllate.com erstmals in allen Ballungszentren der Deutschschweiz erscheinen.

Nik Niethammer als Chefredaktor im Gespräch

Kronfavorit für die publizistische Führung des neuen Magazins von Ringier ist Nik Niethammer, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet aus guter Quelle erfahren hat. An der Dufourstrasse kennt man den Zürcher Journalisten bestens: Niethammer war in seiner Laufbahn schon Blattmacher beim «Blick» und schrieb für die «Schweizer Illustrierte». Dies bevor ihn der frühere Sat.1-Senderchef Roger Schawinski im März 2004 nach Berlin holte. Zuletzt – Schawinski war bereits zurückgetreten – besetzte Niethammer bei Sat.1 den Chefredaktorenposten – ein Feuerstuhl, auf dem er sich nur zwei Monate zu halten vermochte.

Was bei Ringier für eine Konkurrenzierung von «20 Minuten Friday» spricht: Das Medienhaus verfügt mit dem «Blick» und «Schweizer Illustrierte» über zwei Marken, welche in Sachen People- und Lifestyle bestens aufgestellt sind. Fraglich bleibt indessen, ob Ringier eine neue Baustelle eröffnen will, noch bevor sich der «Blick am Abend» etabliert hat – zumal mit einer Abkühlung des Werbemarktes gerechnet wird.

Projekt hat noch kein grünes Licht

Ein Kadermitglied von Ringier bestätigt auf Anfrage, dass entsprechende Überlegungen im Hause Ringier angestellt würden. Allerdings habe die Geschäfts- und Konzernleitung einem konkreten Projekt noch kein grünes Licht gegeben. Auch sei derzeit noch unklar, wie ein allfälliges Produkt en detail aussehen soll. Die Pressestelle des Medienkonzerns will die Vorbereitungen für ein neues Weekend-Magazin nicht bestätigen. «Wie immer verzichten wir darauf, Gerüchte im Markt zu kommentieren», erklärt Sprecherin Prisca Wolfensberger.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.08.2008, 21:33 Uhr

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