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10-Milliarden-Dollar-Busse für BNP Paribas?

Die Busse von 2,8 Milliarden US-Dollar für die Credit Suisse war schon sehr hoch. Nun soll es eine französische Grossbank laut einem Bericht noch viel härter treffen.

Verhängnisvolle Geschäfte mit dem Iran: Logo der BNP Paribas in Paris. (14. April 2014)
Verhängnisvolle Geschäfte mit dem Iran: Logo der BNP Paribas in Paris. (14. April 2014)
AFP

Mutmassliche Verstösse gegen Iran-Sanktionen der USA könnten die französische Grossbank BNP Paribas einem Medienbericht zufolge mehr als 10 Milliarden Dollar kosten. Diese für ein europäisches Institut rekordverdächtige Summe peile das US-Justizministerium an, berichte das «Wall Street Journal».

Die renommierte Zeitung beruft sich dabei auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Mit 10 Milliarden Dollar wäre die Strafzahlung doppelt so hoch wie bislang angenommen. Sie würde zudem die Rückstellungen des Geldhauses um ein Vielfaches übersteigen. Das Gerücht verschreckten denn auch die Anleger: Die BNP-Aktie verlor zeitweise über sechs Prozent an Wert.

Strafen für mehrere Institutionen

Sowohl BNP Paribas als auch das US-Justizministerium lehnten eine Stellungnahme zum Bericht ab. Die Bank zittert schon lange, was sie in dem Streit an Strafzahlungen zu erwarten hat. Hintergrund sind Finanzgeschäfte der BNP mit dem Iran.

Die USA prüfen, ob Geldhäuser gegen amerikanische Sanktionen verstossen haben, mit denen die Islamische Republik im jahrelangen Atomstreit zum Einlenken gezwungen werden sollte. Mehreren Instituten wurden deshalb bereits Strafen aufgedrückt, darunter Standard Chartered aus Grossbritannien.

Um Milde gebeten

BNP Paribas hat für den Streit nach früheren Angaben 1,1 Milliarden Dollar zur Seite gelegt. Die gesamten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten belaufen sich auf umgerechnet 3,7 Milliarden Dollar. Sollte das Institut nun zehn Milliarden abdrücken müssen, ginge das an die Substanz, wie Analysten vorrechneten. Insbesondere würde die Bank bei der Erfüllung der härteren Eigenkapital-Anforderungen zurückgeworfen.

Wann das Strafmass festgelegt wird, ist laut dem Zeitungsbericht aber genau so noch offen wie die Frage, ob sich das US-Justizministerium am Ende mit der Maximalforderung durchsetzt. So hat die Nachrichteagentur Reuters gestützt auf Aussagen von Insidern unlängst berichtet, das BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafe höchstpersönlich um mildernde Umstände gebeten habe.

Wie bei CS Schuldbekenntnis notwendig?

Doch die Geldstrafe ist nur eine Seite der Medaille. BNP Paribas droht nach Angaben auch der vorübergehende Ausschluss vom wichtigen Dollar-Clearing in New York. Die Behörden bestehen offenbar darauf, dass sich BNP Paribas in der Sache offiziell schuldig bekennt.

Das entspräche der jüngsten Einigung mit der Grossbank Credit Suisse: Diese hatte den jahrelangen Steuerstreit mit den USA gegen eine Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar beilegen können, sich dazu aber der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekennen müssen.

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