13 Millionen für Gstaader Bergbahnen

Saanen will die finanziell angeschlagenen Gstaader Bergbahnen retten: An der Gemeindeversammlung segneten die Bürger einen Millionenbetrag ab.

Überraschend deutlich genehmigten die Saaner die Millionenunterstützung für die Bergbahnen: Skifahrer auf der Fahrt zum Wasserngrat bei Gstaad. (Archivbild: Keystone)

Überraschend deutlich genehmigten die Saaner die Millionenunterstützung für die Bergbahnen: Skifahrer auf der Fahrt zum Wasserngrat bei Gstaad. (Archivbild: Keystone)

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Die Gemeinde Saanen unterstützt die Gstaader Bergbahnen mit 12,9 Millionen Franken und erhöht dafür die Steueranlage um einen Anlagezehntel. Das Volk hat an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend einer Übergangslösung mit dieser Formel zugestimmt. Saanens Stimmbürger genehmigten die Übergangslösung «überraschend deutlich», wie die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung schreibt. Die Lösung besteht darin, dass die Gemeinde den Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) AG ein Darlehen von 4,4 Millionen Franken erlässt und Betriebsbeiträge von rund 8 Millionen Franken gewährt.

Diese Gelder sollen den um die Zukunft kämpfenden Gstaader Bergbahnen den Betrieb in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2015/16 sichern. Die Übergangslösung enthält auch einen Betrag von 0,5 Millionen Franken für die Weiterführung der Arbeiten an einem Konzept zur langfristigen Sicherung der Gstaader Bergbahnen. An diesem Konzept arbeitet die Gemeinde, welche die grösste BDG-Aktionärin ist, «mit Hochdruck».

Gut besuchte Gemeindeversammlung

Der Gemeinderat will dieses Konzept an einer der nächsten Gemeindeversammlungen dem Volk vorlegen. Die Übergangslösung soll der Gemeinde und der BDG auch die nötige Zeit geben, damit das neue Konzept ausgearbeitet werden kann. Ende Oktober hatte das Volk von Saanen an einer Gemeindeversammlung einen langfristigen Sanierungsplan der Gemeinde mit dem Namen «Eignerstrategie» noch abgelehnt. Damals schlug der Gemeinderat der Bevölkerung vor, die Steueranlage um zwei Zehntel zu erhöhen.

Saanens Bürger gaben damals einem Rückweisungsantrag den Vorzug, der verlangt, dass die Gemeinde eine «konsequente Sanierung» der BDG vorlegt. Er solle ein Bergbahnangebot ausarbeiten, «welches den Ansprüchen der Destination Gstaad-Saanenland entspricht.» An jener Gemeindeversammlung von Ende Oktober nahmen fast 1000 Bürgerinnen und Bürger teil, am Freitag waren es fast 500. Das nun vom Souverän genehmigte Budget der Gemeinde Saanen weist bei Totalausgaben von rund 83,9 Millionen Franken ein Defizit von 3,7 Millionen Franken auf.

Dies trotz der Steuererhöhung von 1,3 auf 1,4 Einheiten. Das Defizit soll mit dem vorhandenen Eigenkapital gedeckt werden.

Antrag zu Spital Zweisimmen erheblich erklärt

Saanens Bürgerinnen und Bürger erklärten an der Gemeindeversammlung auch einen Antrag einer Bürgerin für erheblich, wonach die Exekutive dem Souverän an einer nächsten Versammlung ein Traktandum zum Spital Zweisimmen vorlegen muss. Konkret sollen sich Saanens Bürger an einer nächsten Versammlung dazu aussprechen können, ob sie den Saaner Gemeinderat, den Grossen Rat und den Regierungsrat des Kantons Bern auffordern wollen, «sich aktiv mit allen politischen Mitteln» für den Erhalt des Spitals Zweisimmen und aller bisher angebotenen Leistungen einzusetzen.

Ein Mitglied der sogenannten «spitalkämpfer_innen» stellte laut der Mitteilung der Gemeindeverwaltung diesen Antrag. Das ist eine Gruppe, welche sich für den Erhalt des Simmentaler Spitals in heutiger Form einsetzt. Die Betreiberin STS AG will das Spital zwar durch einen Neubau ersetzen, aber die Geburtenabteilung schliessen. (thu/sda)

Erstellt: 13.12.2014, 16:42 Uhr

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