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14-Jähriger versuchte, Apple wegen Panne zu warnen

Ein Teenager entdeckte eine grobe Sicherheitslücke bei Apple. Seine Mutter meldete diese dem Konzern – und wurde ignoriert.

Software-Fehler liess Lauschangriffe bei Facetime zu: Panne bei Apple.
Software-Fehler liess Lauschangriffe bei Facetime zu: Panne bei Apple.
Wolfram Kastl, Keystone

Apple kämpft mit einer Sicherheitslücke bei der Videotelefonie: Seit Herbst können Nutzer über Facetime mit mehreren Personen gleichzeitig sprechen. Nun stellt sich heraus, dass es wegen eines Software-Fehlers möglich war, Gruppengespräche über Facetime heimlich zu belauschen.

Ebenfalls hat sich nun gezeigt, dass ein 14-jähriger Amerikaner den Fehler bereits vor über einer Woche entdeckte, nämlich am 20. Januar. Das ist lange bevor das Portal 9to5mac ein Video des Fehlers auf Twitter postete und die Nachricht über die Panne viral ging. Das Pikante: Die Mutter des 14-jährigen Grant Thompson, Michele Thompson, versuchte immer wieder, Apple auf den Fehler aufmerksam zu machen – ohne Erfolg. Erst als sich die Nachricht im Netz verbreitete, reagierte Apple und deaktivierte die Gruppenanrufe am späten Montagabend (US-Zeit).

«Ausser Rauchzeichen alles versucht»

Ihr Sohn habe die Sicherheitslücke entdeckt, als er mit seinen Freunden einen Facetime-Gruppenchat aufgesetzt hatte, um ein anstehendes gemeinsames Spiel des Videogames «Fortnite» zu besprechen, erzählt die Anwältin Michele Thompson dem «Wall Street Journal». Der 14-Jährige habe herausgefunden, dass er, als er neue Mitglieder in die Gruppe hinzufügte, Gespräche dieser Teilnehmer hören konnte, auch wenn diese die Anfrage für den Chat nicht angenommen hatten.

Nachdem er dies seiner Mutter erzählt hatte, versuchte diese, Apple zu informieren. «Ausser Rauchzeichen habe ich jede Methode ausprobiert, jemanden bei Apple zu erreichen», so Thompson. Sie postete Nachrichten auf Twitter und Facebook, in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit des Social-Media- oder Support-Teams von Apple zu erregen. Als dies nicht der Fall war, schrieb sie Apple-Chef Tim Cook direkt via Twitter an, rief das Unternehmen an und schickte Faxe.

Hoffnung auf Belohnung

Schlussendlich habe sie mit einem Apple-Support-Mitarbeiter über den Fehler gesprochen. «Er hat mich zurückgerufen und hatte wirklich keine Informationen», so Thompson. «Er sagte, es gebe wirklich nichts, was ich tun könnte.» Sie müsste sich als Entwickler registrieren, um den Fehler einzureichen, so der Mitarbeiter.

Thompson registrierte sich mit einem Entwickler-Account – auch in der Hoffnung, eine Belohnung für ihren Sohn zu erhalten. Seit 2016 zahlt Apple Prämien an Personen aus, die bedeutende Fehler entdecken. Am 25. Januar schickte Thompson eine E-Mail an Apple mit den Details des Problems sowie mit einem Link zu einem Youtube-Video, in dem sie und ihr Sohn den Fehler aufzeigen.

«Schwierig für den Durchschnittsbürger, etwas zu melden»

Thompson sagte, sie wisse nicht, wie die Panne an die Öffentlichkeit gekommen sei. Auch wisse sie nicht, ob sie oder ihr Sohn je eine Belohnung oder auch nur ein Dankeschön von Apple für ihre Anstrengungen erhalten würden. «Es ist schwierig für den Durchschnittsbürger, etwas zu melden», so Thompson.

Immer mehr Firmen hätten zwar Programme, mit denen Nutzer ihnen Fehler melden können. Oft seien diese aber nicht mit den Social-Media- oder Support-Teams verbunden, sagt Katie Moussouris, Chefin der Firma Luta Security, die Firmen zu solchen Programmen berät, dem «Wall Street Journal».

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