50, 80 oder noch mehr – so viel zahlen Firmen für Weihnachtsessen

«Danke», sagt der Arbeitgeber und lädt die Angestellten ins Restaurant. Eine Umfrage zeigt, wie viel Geld dabei fliesst – und was sonst noch herausschaut.

Ein Glas Champagner auf ein neues Jahr: Hochbetrieb in einem Schweizer Restaurant.

Ein Glas Champagner auf ein neues Jahr: Hochbetrieb in einem Schweizer Restaurant. Bild: Adrian Moser

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«Geschlossene Gesellschaft» – «Sorry, wir sind ausgebucht.» Diesen Satz hört oft, wer in der Adventszeit abends – vor allem an einem Donnerstag oder Freitag – ein lauschiges Plätzchen in einer Beiz sucht. Gut besetzt sind die Restaurants derzeit nicht nur von Individualgästen, auch zahlreiche Firmen laden ihre Angestellten zum Vorweihnachtsschmaus ein.

Umfrage

Wie viel hat Ihr Arbeitgeber fürs Weihnachtsessen pro Person ausgegeben?

200 Franken oder mehr

 
12.1%

100–200 Franken

 
21.7%

50–100 Franken

 
28.2%

Unter 50 Franken

 
12.0%

Keine Ahnung

 
9.5%

Hab kein Weihnachtsessen

 
16.7%

2710 Stimmen


Wie viel Umsatz die Weihnachtsessen in der Berner Gastronomie generieren, kann Tobias Burkhalter, Präsident Gastro Stadt Bern und Umgebung, aber nicht sagen. «Wir führen diesbezüglich keine Sta­tistik.»

100'000 Franken Umsatz mit Weihnachtsessen

Er könne nur für seinen Betrieb sprechen, sagt Burkhalter. Er führt die Casino-Restaurants. «Mit Weihnachtsessen machen wir rund 100'000 Franken Umsatz», sagt er. «Das Geld ist da», die Firmen liessen es sich etwas kosten. Burkhalter spricht von 80 bis 100 Franken pro Person, welche für Weihnachtsessen ausgegeben werden. In früheren Jahren seien öfter auch die Partnerinnen oder Partner des Firmenpersonals eingeladen worden. Dies sei heute weniger der Fall.

Weil in der Adventszeit in den Casino-Restaurants Hochbetrieb herrscht, organisiert Tobias Burkhalter kein Weihnachts­essen für seine Angestellten. «Wir machen jeweils im Sommer ein Grillfest, und Anfang Jahr gibts bei uns einen Apéro.»

Loeb feiert immer im Herbst mit einer Liveband

In der Adventszeit viel zu tun hat auch das Warenhaus Loeb. Deshalb gibts für die Angestellten das Weihnachtsessen bereits im Herbst. «Es findet jeweils an einem Samstag nach Feierabend statt, sodass alle kommen können», sagt Mediensprecherin Nicole Studer. Von den rund 500 Mitarbeitenden kämen jeweils gut die Hälfte. «Dieses Jahr waren wir in der Postfinance-Arena. Es gab Apéro und ein 3-Gang-Menü.» An diesen Essen spiele meistens eine Liveband. Und wie hoch ist das Budget? «Loeb will auf eine Kostenangabe verzichten.»

Coop-Angestellte essen für 80 Franken

Coop Schweiz: Für alle Mitarbeitenden des Grossverteilers Coop steht schweizweit für einen Personalanlass das gleiche Budget zur Verfügung: 80 Franken pro Person. «Es muss nicht zwingend ein Weihnachtsessen sein», sagt Mediensprecher Urs Meier. Der Personalanlass könne auch zu einer anderen Jahreszeit stattfinden. Organisation und Durchführung sei Sache der jeweiligen Vorgesetzten.

Migros-Angestellte erhalten je 50 Franken

«Bei 12 000 Angestellten können wir natürlich kein gemeinsames Weihnachtsessen organisieren», sagt Pressesprecher Reto Wüthrich. Das heisst aber nicht, dass die Mitarbeitenden nicht in den Genuss eines Weihnachtsessens kommen. Und so funktionierts bei der Migros: Es wird ein pauschaler Betrag in Höhe von 50 Franken für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Die Teamleiter entscheiden dann, ob das Geld für ein Essen oder für einen Ausflug oder für sonst etwas eingesetzt wird. Da gäbe es hundert Varianten.

Kantonalbank budgetiert das Festessen «nicht stur»

Die Berner Kantonalbank (BEKB) geht nicht in corpore mit allen Angestellten schlemmen, sondern in kleineren oder grösseren Gruppen. Laut Kommunikationschef Alex Josty gibts «ein normales Nachtessen, das nicht stur budgetiert wird.» Es müsse «im Rahmen» bleiben, wenn es mal ein paar Franken mehr koste, spiele das aber keine Rolle. Er selbst war letzte Woche mit einem kleineren Team seiner Abteilung in der Enoteca Vero Vino in der Länggasse – wo es nur einfache Gerichte gibt.

Swisscom feiert im«angemessenen Rahmen»

Bei der Swisscom gibt es «keine konzernweit gültige Richtlinie für Weihnachtsessen». Das Unternehmen «setzt auf die Eigenverantwortung der Teams». Die Feiern würden «im angemessenen Rahmen» durchgeführt. Dies «unter Berücksichtigung der Bugdetrichtlinien». Wie hoch das Budget ist, bleibt das Geheimnis der Swisscom.

Ikea: Eine Weihnachtsfeier, ein Event und ein Geschenk

Jedes der neun Ikea-Einrichtungshäuser in der Schweiz veranstaltet eine eigene Weihnachtsfeier für alle Mitarbeitenden. Jedem Team steht zusätzlich ein Budget für eine Veranstaltung zur Verfügung. Zudem erhalten alle ein Weihnachtsgeschenk, das zum Jahresthema passt – dieses Jahr erhalten die Angestellten ein Präsent für die Küche.

Ein Essen für 45 Franken, und eines, das es nicht mehr gibt

Die 900 Angestellten bei Bernmobil müssen sich punkto Weihnachtsessen nach der Decke ­strecken. Ihnen stehen laut Medienchef Rolf Meyer 45 Franken zur Verfügung. Noch weniger, nämlich 30 Franken pro Person, gab der weltweit tätige Konzern Marrionaud Parfumeries – mit weltweit über 1200 und ­schweizweit über 100 Filialen bisher aus. Dieses Jahr liegen die 30 Franken nicht mehr drin. Eine Angestellte sagt, das Essen sei heuer gestrichen. Von der Marrionaud-Chefetage war niemand erreichbar.

Das EDA rechnet mit 85 Franken pro Person

Grosszügiger geht das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit seinen Angestellten um. Es führt einen Weihnachtsanlass «als Zeichen der Wertschätzung für die geleistete Arbeit durch», wie Mediensprecher Stefan von Below erklärt. «In einem Betrieb wie dem EDA, dessen Mitarbeitende auf verschiedene Standorte verteilt sind, ist es wichtig, dass sie sich einmal pro Jahr in einem informellen Rahmen austauschen können.» Am Anlass gibts ein Grusswort des Departementsvorstehers, Musik- und eine Zaubereinlage, gefolgt von einem Stehapéro. Eingeladen in den Kursaal Bern seien die 6000 Mitarbeitenden im In- und Ausland, teilnehmen würden rund 950 Personen. Das Budget beläuft sich auf 81 000 Franken, pro Person werden 85 Franken ausge­geben.

Für so viel (85 Franken) durften übrigens auch die Angestellten der Berner Zeitung BZ schlemmen.

Erstellt: 15.12.2015, 11:19 Uhr

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(Bild: Max Spring)

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