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56 Prozent der Firmen sind von der SVP-Initiative betroffen

In einer Umfrage der UBS äusserten sich fast 400 Unternehmen zu den negativen Konsequenzen, die nach dem Ja zur SVP-Initiative auf sie zukommen könnten.

Die konkreten wirtschaftlichen Folgen der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) lassen sich zwar noch nicht abschätzen. Doch mehr als die Hälfte aller Schweizer Firmen rechnet offenbar mit negativen Konsequenzen. Dies zeigt eine Umfrage, die die UBS unter 385 Unternehmen zwischen dem 26. Februar und dem 4. März durchgeführt hat.

56 Prozent der befragten Firmen gaben an, von der Annahme der Initiative negativ betroffen zu sein, elf Prozent fühlen sich sogar stark negativ betroffen. Sie sehen sich in zweierlei Hinsicht schlechter gestellt: Erstens befürchten sie vermehrte Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal. Zweitens glauben sie, dass der Produktionsstandort Schweiz aufgrund erwarteter Lohnerhöhungen unattraktiver wird, weshalb Investitionen vorerst aufgeschoben werden.

Für 80 Prozent sind EU-Mitarbeiter wichtig

51 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass es durch die Initiative in Zukunft schwieriger sein wird, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Das zeige, wie wichtig Arbeitskräfte vor allem aus der EU für Unternehmen seien, schreibt die UBS in einer Pressemitteilung. So gaben 80 Prozent der Firmen an, dass Mitarbeiter aus der EU ihnen wichtig oder sehr wichtig seien. Aufgrund dieser Abhängigkeit und der befürchteten Einwanderungsbeschränkung sehen sich die Unternehmen laut der UBS in Bedrängnis.

Die Erwartung, qualifiziertes Personal in Zukunft nicht oder nur zu höheren Löhnen zu finden, trage zu dieser Besorgnis bei. 39 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Löhne in ihrer Branche in den nächsten fünf Jahren aufgrund des Abstimmungsergebnisses steigen werden. Ausserdem erwarten 38 Prozent einen Nachfragerückgang nach ihren Waren und Dienstleistungen, weil der Zugang zum europäischen Absatzmarkt schwieriger werden könnte.

Diese Bedenken machten die Schweiz als Produktionsstandort für einige Unternehmen unattraktiver, schreibt die UBS: 26 Prozent der Unternehmen planten, aufgrund der Abstimmung weniger in der Schweiz zu investieren. 29 Prozent gaben bei der Umfrage an, bereits geplante Investitionen aufschieben zu wollen.

Ob die Investitionen nur aufgeschoben oder auch aufgehoben sind, ist laut der Studie zwar noch nicht klar: Es sei möglich, dass sich die Bedenken der Firmen im Nachhinein als unbegründet herausstellten, weil die Umsetzung weniger restriktiv gehandhabt werde und weniger negative Auswirkungen mit sich bringe als vermutet. Es bestehe aber die Gefahr einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: «Unabhängig davon, ob der Grund für die Verunsicherung gerechtfertigt ist oder nicht, ist es schlecht für die Wirtschaft, wenn die höhere Unsicherheit zu weniger Investitionen führt.»

Credit Suisse, KOF und BAK Basel passen Prognosen an

Die Studie der UBS ist nicht die erste, die vor negativen Folgen der SVP-Initiative für Arbeitnehmer und Firmen warnt. Die Credit Suisse beispielsweise prophezeit eine Halbierung des Beschäftigungswachstums in den kommenden drei Jahren. Konkret würden in dieser Übergangsperiode 80'000 Arbeitsplätze weniger geschaffen als prognostiziert.

Die Konjunkturforschungsstelle der KOF der ETH erwartet für das laufende Jahr noch ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,0 Prozent – im Dezember war die KOF von einem Plus von 2,2 Prozent ausgegangen. Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel schraubte wegen der Zuwanderungsinitiative seine Konjunkturprognose nach unten. Die von der Initiative ausgehende Unsicherheit werde das Wachstum des BIP bis 2015 um 0,3 Prozent verringern.

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