63 Stunden für die Steuererklärung

Eine neue Studie zeigt: Schweizer Unternehmen profitieren von einem überdurchschnittlich einfachen Steuersystem. Dennoch wird zurzeit eine elektronische Einreichung der Steuererklärung geprüft.

Das Abwickeln der Steuerpflichten soll weiter vereinfacht werden: Angestellter in einem Büro. (Archivbild)

Das Abwickeln der Steuerpflichten soll weiter vereinfacht werden: Angestellter in einem Büro. (Archivbild) Bild: Keystone

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In Europa haben nur Irland, Dänemark und Luxemburg ein einfacheres Steuersystem für Unternehmen als die Schweiz. Im weltweiten Vergleich liegt die Schweiz gemäss einer Studie auf dem «sehr guten 18. Platz», wie das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC heute mitteilte.

Sie hat damit zwar zwei Ränge verloren, liegt aber deutlich vor den USA (69. Rang), Deutschland (72), China (122) und Japan (127). Die einfachsten Steuersysteme haben die Golfstaaten Vereinigte Emirate, Katar und Saudiarabien.

Vereinfachung des Steuersystems in diversen Ländern

Weltweit gehen die Bestrebungen weiter, die Steuersysteme zu vereinfachen, wie PwC zur Studie «Paying Taxes 2013: The Global Picture» schreibt. Von den 185 untersuchten Ländern hätten 31 ihr Steuersystem zwischen Juni 2011 und Mai 2012 vereinfacht.

In den letzten acht Jahren ist in den untersuchten Volkswirtschaften die Steuerlast für Unternehmen jährlich um ein Prozent gesunken. In der gleichen Zeit sei der Zeitaufwand zur Erfüllung der Steuerpflichten um 54 Stunden gesunken, heisst es in der Mitteilung.

In der Schweiz wird in verschiedenen Kantonen die Einführung eines Systems geprüft, das Unternehmen ermöglicht, die Steuererklärung elektronisch einzureichen. Dadurch sollen der Aufwand für die Unternehmen gesenkt und die administrativen Kosten auf Behördenseite minimiert werden.

Gemäss der von PwC, Weltbank und International Finance Corporation (IFC) herausgegebenen Studie muss ein Musterunternehmen in der Schweiz 63 Stunden im Jahr zur Erfüllung der Steuerpflichten aufwenden. Der Vergleichswert der EU- und EFTA-Länder liegt bei 184 Stunden.

Beim Zeitaufwand für die Mehrwertsteuer belegt die Schweiz den ersten und bei den Gewinnsteuern den zweiten Platz in Europa. Zeitintensiver sei allerdings die Handhabung der mitarbeiterbezogenen Steuern und Abgaben wie AHV, IV, Arbeitslosenversicherung und Pensionskassen.

Bei Gesamtsteuern in Europa auf Platz 6

Mit ihrer unveränderten Gesamtsteuerrate für Unternehmen von 30,2 Prozent liegt die Schweiz weiterhin deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 44,7 Prozent. Im europäischen Vergleich verbleibt sie auf Platz 6, hinter Luxemburg (21,0 Prozent), Zypern (23,0), Irland (26,4), Dänemark (27,7) und Bulgarien (28,7). (mrs/sda)

Erstellt: 04.12.2012, 18:51 Uhr

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