ABB mit holprigem Start ins Jahr

Obwohl der Industriekonzern ABB im ersten Quartal neun Prozent mehr Umsatz machte als noch im Vorjahr, geht der Gewinn um drei Prozent zurück. Die Anleger sind aber zufrieden – die Aktie steigt.

Schwieriges erstes Quartal: ABB-Logo in Baden. (Archivbild)

Schwieriges erstes Quartal: ABB-Logo in Baden. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei ABB ist der Gewinn im ersten Quartal 2013 um 3 Prozent auf 664 Millionen Dollar gesunken. Und die Aufträge hätten ohne Übernahmen abgenommen. Für Zuversicht sorgte dagegen der geringere Preisdruck bei Energietechnikprodukten und die höhere operative Marge.

Konzernchef Joe Hogan bezeichnete den Jahresstart in einer Telefonkonferenz als zufriedenstellend angesichts der anhaltenden Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft. Das Energietechnik- und Automationsunternehmen sei vor allem mit Produkten für industrielle Effizienz, zuverlässige Stromversorgung und erneuerbare Energien gewachsen.

Grossaufträge kamen aus dem Schiffbau, dem Bergbau oder der Robotik sowie aus Schwellenländern. Es gab aber auch Gegenwind: So schwächte sich das Geschäft in den USA ab, und die Industrie-Investitionen in Europa waren uneinheitlich. Laut Hogan gab es Auftragsrückgänge in Nord- und Südeuropa, einschliesslich Deutschland und der Schweiz.

Insgesamt nahm der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 9,715 Milliarden Dollar zu. Ohne die seither übernommene Niederspannungs-Spezialistin Thomas & Betts betrug das organische Wachstum 3 Prozent. Zudem hatten Analysten eigentlich einen Anstieg des Reingewinns auf rund 720 Millionen Dollar erwartet.

Kosten weiter gedrückt

Hogan erklärte, ABB habe das strenge Kostenmanagement fortgesetzt, nicht zuletzt in der Verwaltung. Durch weitere Verbesserungen beim Einkauf und in der Produktivität habe ABB rund 260 Millionen Dollar eingespart.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stagnierte dennoch auf 1,052 Milliarden Dollar. Belastend wirkten Wechselkurseffekte und die Rohstoffpreise. Diese drückten den Ebit um 62 Millionen Dollar, nachdem sie das Ergebnis im Vorjahresquartal um 71 Millionen Dollar begünstigt hatten. Auch die Amortisationen und Abschreibungen wegen Übernahmen vergrösserten sich von 66 Millionen auf 93 Millionen Dollar.

So betonte Hogan, unter Ausklammerung dieser Faktoren sei der operative Ebitda um 19 Prozent auf 1,458 Milliarden Dollar gestiegen. Überraschend hoch ist laut Analysten die Ebitda-Marge von 14,9 Prozent in der grössten ABB-Division Energietechnikprodukte. Einsparungen konnten den Preisdruck in den Aufträgen kompensieren, die aus dem Auftragsbestand abgewickelt wurden, erklärte Hogan.

Auch bei den Niederspannungsprodukten, in der Prozessautomation und bei Energietechniksystemen stieg die operative Ebitda-Marge. In der zweitgrössten Division Industrieautomation und Antriebe sank sie dagegen leicht auf immer noch hohe 17,8 Prozent.

Aktie im Plus

Der Ausblick fiel vage aus. Hogan erwartet eine flache Entwicklung. Der Auftragseingang hat im ersten Quartal um 1 Prozent auf 10,492 Milliarden Dollar zugenommen. Ohne Thomas & Betts resultierte eine Abnahme um 4 Prozent.

Dennoch notierte die ABB-Aktie am Mittag 2,8 Prozent fester auf 21,08 Franken. Die Anleger erfreuten sich am operativen Ebitda. Und Anfang Woche hat ABB angekündigt, für rund 1 Milliarden Dollar die amerikanische Power-One, Herstellerin von Solar-Wechselrichtern, zu übernehmen. (fko/sda)

Erstellt: 24.04.2013, 08:23 Uhr

Artikel zum Thema

ABB mit vollen Auftragsbüchern – Aktie legt zu

Trotz eines Gewinnrückgangs von 15 Prozent gibt es gute Nachrichten für ABB: Der Auftragseingang überzeugt die Anleger – die Aktie notiert knapp fünf Prozent im Plus. Mehr...

ABB streicht 145 Stellen in der Schweiz

Die ABB Turbo Systems AG schliesst Mitte 2014 ihr Werk im Solothurner Deitingen, 145 Stellen gehen verloren. Schuld ist die anhaltende Krise im Geschäftsbereich Marine. Mehr...

Die Geburt eines Weltkonzerns

Vor 25 Jahren fusionierten die schwedische Asea und die Schweizer BBC zur ABB. Der Zusammenschluss wird heute als Erfolg gewertet. Doch das Vierteljahrhundert verlief nicht immer reibungslos. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Blogs

Mamablog Ist Informatik das neue Basteln?

Sweet Home Auf Muschelsuche

Die Welt in Bildern

Täuschung: Der Roboterandroid Totto ist der japanischen TV Ikone Tetsuko Kuroyanagi nachempfunden. Er wurde im Rahmen des Weltroboterkongresses in Tokio präsentiert. (17.Oktober 2018)
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...