Aktionärsvertreter lehnen UBS-Managerlöhne ab

Jahr eins nach der Abzockerinitiative: Die Schweizer Grossbanken stellen an den Generalversammlungen vor, wie sie die neuen Vorgaben umsetzen wollen. Die UBS macht heute den Anfang.

Will für seine Arbeit im letzten Jahr 10,7 Millionen Franken: UBS-Chef Sergio Ermotti. (6. Mai 2014)

Will für seine Arbeit im letzten Jahr 10,7 Millionen Franken: UBS-Chef Sergio Ermotti. (6. Mai 2014) Bild: Keystone

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An der heute stattfindenden Generalversammlung der UBS dürfte nicht alles ohne Gegenstimmen durchgewinkt werden. Die Höhe der Managerlöhne sorgt im Vorfeld für Kritik. Doch selbst wenn der Vergütungsbericht abgelehnt würde, wäre dies nicht bindend. Das ändert sich ab dem nächsten Jahr.

Aktionärsvertreter wie die Anlagestiftung Ethos oder der Vermögensverwalter zCapital empfehlen, den Vergütungsbericht der UBS abzulehnen. UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt für das vergangene Jahr Lohn und Boni im Wert von 10,7 Millionen Franken und damit rund zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Auch der durchschnittliche Lohn pro Konzernleitungsmitglied ist deutlich gestiegen.

Symbolischen Charakter

Doch selbst wenn der Vergütungsbericht an der heutigen Generalversammlung abgelehnt würde, hätte dies in erster Linie symbolischen Charakter. Ab nächstem Jahr wird die Meinung der Aktionäre mehr Gewicht haben. Die UBS muss wie alle anderen börsenkotierten Unternehmen die Abzockerinitiative umsetzen und damit bindende Abstimmungen über die Managerlöhne einführen.

Über die entsprechenden Statutenänderungen werden die Aktionäre an der heutigen Generalversammlung ebenfalls abstimmen. Diese dürften klar angenommen werden. Das von der UBS gewählte Modell zur Umsetzung der Abzockerinitiative findet Anklang. Es entspreche dem Sinn und Geist der Abzockerinitiative, hiess es im Vorfeld.

Die UBS will die Aktionäre ab 2015 jeweils über die Boni für das vergangene Jahr abstimmen lassen. Über die Boni soll also erst abgestimmt werden, wenn die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres vorliegen. Durch dieses Vorgehen werde sichergestellt, dass die Aktionäre zum Zeitpunkt der Abstimmung wissen, ob der Bonus gerechtfertigt ist oder nicht, sagte etwa Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht.

Credit-Suisse-GV: Umstrittene Traktanden

Bei der Credit Suisse, die ihre Generalversammlung am Freitag durchführt, dürfte dieses Thema für mehr Diskussionen sorgen. Die Konkurrentin der UBS legt sich in ihrem Vorschlag zur Umsetzung der Abzockerinitiative nicht eindeutig auf nachträgliche Abstimmungen über die Boni fest.

Stattdessen wählt die Credit Suisse ein sogenannt «flexibles» Modell. Der Verwaltungsrat werde jeweils bestimmen, ob die Genehmigung durch die Generalversammlung für das kommende oder für das abgelaufene Geschäftsjahr beantragt wird, teilte die Bank mit.

Auch ein anderes Traktandum wird an der Credit-Suisse-Generalversammlung zu Reden geben. Die Grossbank beantragt eine bedingte Kapitalerhöhung für Mitarbeiteraktien. Für eine solche Kapitalerhöhung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Generalversammlung erforderlich.

Der amerikanische Stimmrechtsberater ISS, dessen Empfehlungen grosses Gewicht haben, hat sich bereits gegen die Kapitalerhöhung ausgesprochen. Auch Ethos ist dagegen. Vor einer Woche haben die ABB-Aktionäre eine Kapitalerhöhung für Mitarbeiter-Boni platzen lassen. (chk/sda)

Erstellt: 07.05.2014, 06:25 Uhr

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