Ammann Group verlagert 130 Stellen ins Ausland

Die Ex-Firma von Bundesrat Johann Schneider-Ammann baut in Langenthal bis Mitte nächstes Jahr 130 Stellen ab.

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Schock für die Angestellten der Ammann Group in Langenthal: Der Baumaschinenhersteller streicht am Hauptsitz bis Mitte nächsten Jahres 130 Stellen. Schuld sind die zu hohen Kosten der Komponentenherstellung. Am Standort Langenthal beschäftigt Ammann rund 420 der weltweit 3700 Angestellten. Hier werden unter anderem Komponenten für Asphalt- und Betonmischanlagen produziert. Weil die Nachfrage aus Europa nach solchen Anlagen seit Jahren sinkt, sind auch die Preise für die Komponenten unter Druck geraten.

Auf der Kostenseite konnte das Unternehmen nicht genug Gegensteuer geben, zumal sich der Franken zum Euro seit Jahren aufwertet. Über 14 Millionen Franken investierte Ammann in den letzten vier Jahren in Kostensenkungen – ohne Erfolg. Die Komponentenherstellung in Langenthal blieb defizitär.

Verlagerung ins Ausland

Nun sieht sich das Unternehmen zum Handeln gezwungen. Der Grossteil der Produktion wird an bestehende Standorte in Europa verlagert, wo die Kosten tiefer sind. Dabei handelt es sich um die Produktionsstätten im deutschen Alfeld und im italienischen Bussolengo, wie das Unternehmen auf Anfrage bekannt gab. Zu möglichen weiteren Massnahmen wollte sich Ammann nicht äussern.

Gemäss Mitteilung vom Dienstag soll der Standort Langenthal aber erhalten bleiben. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung würden die Entwicklung und die Anlagensteuerung künftig an Bedeutung gewinnen, heisst es. Auch die Fertigung besonders sicherheitsrelevanter und anspruchsvoller Komponenten soll in Langenthal bleiben.

Erst im vergangenen Jahr hatte Ammann am Hauptsitz die Entwicklung, Fertigung und Montage von Asphaltfertigermaschinen geschlossen. Dem Abbau fielen damals mehr als 30 Stellen zum Opfer.

Kritik der Unia

Als nächstes steht das Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften an. «Wir wollen für die betroffenen Angestellten einen guten Sozialplan, der insbesondere Härtefälle auffängt und durch Aus- und Weiterbildungsmassnahmen die Arbeitsmarktfähigkeit stärkt. Zudem unterstützen wir die Betroffenen bei der Stellensuche», wird Konzernchef Christian Schneider in der Mitteilung zitiert.

Die Gewerkschaft Unia forderte am Dienstag das Unternehmen dazu auf, keine Angestellten in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Die Gruppe habe eine besondere Verantwortung für den Werkplatz Schweiz und seine Mitarbeitenden zu tragen, weil sie sich im Besitz der Familie von Bundesrat Johann Schneider-Ammann befinde.

Der Unternehmenszweck umschreibe die «langfristige Sicherstellung des Fortbestandes» der Ammann-Unternehmen und «der Arbeitsplätze in Langenthal». Die Ankündigung der Produktionsverlagerung laufe diesem Anspruch diametral entgegen, kritisiert die Unia.

(mch/sda)

Erstellt: 30.05.2017, 16:15 Uhr

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