Anleger horten Gold in Schweizer Alpenfestungen

Viele Leute, die das gelbe Metall als Schutz gegen die drohende Geldentwertung kaufen, wollen es in grösstmöglicher Sicherheit wissen.

Mit dem Gold dahin, wo es am sichersten ist: Ins Gotthardmassiv – wie hier im ehemaligen Bundesratsbunker bei Amsteg.

Mit dem Gold dahin, wo es am sichersten ist: Ins Gotthardmassiv – wie hier im ehemaligen Bundesratsbunker bei Amsteg. Bild: Keystone

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Beliebt sind ehemalige Festungs- und Bunkeranlagen in den Alpen, besonders im Gotthard-Massiv, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Laut dem Blatt wollen insbesondere deutsche Privatanleger ihr Gold ausserhalb des Bankensystems und der Eurozone bombensicher gelagert wissen.

Im alten Bundesratsbunker bei Amsteg im Kanton Uri – dort, wo die Nationalbank im Kriegsfall die Goldreserven einlagern würde – haben die beiden Firmen Swiss Data Safe AG und Swiss Gold Safe AG Hochsicherheitstrakte eingebaut. Vermittelt werden die Lagerstätten tief im Gotthardgestein von in- und ausländischen Vermögensverwaltungen wie der Zürcher Finemetal AG, die sich an superreiche Schweizer richtet, oder vom deutschen Strukturvertrieb KB Edelmetalle, der Kleinsparer anspricht.

Kloten ist näher

Die Klotener Firma Via Mat International erlebt laut «SonntagsZeitung» geradezu einen Run auf ihre Hochsicherheitslager im Grossraum Kloten. Sie sprechen Leute an, für die der Weg bis zu einer Alpenfestung dann doch zu weit ist, die aber vom sicheren Hort Schweiz profitieren möchten.

Sicher einlagern kann man übrigens alles, was Erdbeben, Überschwemmungen und andere Katastrophen überdauern muss: Daten, Edelsteine, Kunst und eben auch Edelmetalle.

Illustre Namen

Im Berner Oberland betreibt die Firma Siag unter der illustren Marke Swiss Fort Knox zwei Anlagen. «Ausserhalb des Bankensystems haben wir in der Schweiz wahrscheinlich die sicherste Infrastruktur», sagt CEO und Mitbegründer Christoph Oschwald der «SonntagsZeitung». Die Zahl seiner Kunden sei in letzter Zeit gerade explodiert. Gerüchteweise will Siag für Goldanleger ein neues Grossprojekt in Angriff nehmen.

Gold dient in Zeiten drohender Geldentwertung als sichere Anlage. Der Preis für das gelbe Metall hat in den letzten Jahren wiederholt neue Höchststände erreicht. Am Freitag lag der Preis für die Feinunze bei 1212 Dollar. Experten rechnen damit, dass der Goldpreis mittelfristig noch bis auf 1500 Dollar steigen könnte. (cpm)

Erstellt: 30.05.2010, 09:44 Uhr

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