Apple mit erstem Gewinnrückgang seit zehn Jahren

Fast zehn Jahre lang konnte Apple Quartal für Quartal ein Gewinnplus präsentieren. Jetzt ist diese Serie zu Ende. Und der Konzern öffnet den Geldschrank für die Aktionäre.

iPad und iPhone sind noch immer Cash-Cows: Baustelle vor dem Apple-Shop in Hong Kong. (10. April 2013)

iPad und iPhone sind noch immer Cash-Cows: Baustelle vor dem Apple-Shop in Hong Kong. (10. April 2013)

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Erstmals seit fast zehn Jahren hat der erfolgsverwöhnte US-Elektronikriese Apple einen Gewinnrückgang verbucht. Zwischen Januar und März verdiente der Konzern unter dem Strich 9,5 Milliarden Dollar – 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz stieg hingegen von 39,2 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2012 auf nun 43,6 Milliarden Dollar.

Für den «Rekordumsatz» im ersten Quartal machte Apple-Vorstandschef Tim Cook die anhaltend guten Verkaufszahlen bei iPhones und iPads verantwortlich. So verkaufte der Konzern 37,4 Millionen iPhones – nach 35,1 Millionen im ersten Quartal 2012. Die Zahl der verkauften iPads schnellte binnen eines Jahres von 11,8 Millionen auf 19,5 Millionen in die Höhe.

«Wir bleiben sehr optimistisch»

Um mehr als eine Million ging hingegen die Zahl der verkauften MP3-Spieler vom Typ iPod zurück - auf 5,6 Millionen. Bei den Macintosh-Computern schrumpfte die Verkaufszahl um zwei Prozent auf knapp unter vier Millionen, wie Finanzchef Peter Oppenheimer in San Francisco mitteilte.

«Auch wenn wir unglaubliche Ergebnisse erzielt haben, geben wir zu, dass unsere Wachstumsrate sich verlangsamt hat», räumte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein. Das Unternehmen habe weiter die langfristige Entwicklung im Blick. «Wir bleiben sehr optimistisch für unsere Zukunft», betonte Cook. Er zeigte sich auch felsenfest davon überzeugt, dass Apple auf dem boomenden Smartphone- und Tabletmarkt gut positioniert sei. «Wir haben viele weitere Innovationen in Arbeit», sagte Cook und kündigte für den Herbst und das Jahr 2014 «einige wirklich gute Sachen» an.

iPhone-Billigvariante

Berichten zufolge arbeitet Apple an einem günstigeren iPhone-Modell, das in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen könnte. Die Billigvariante soll für Schwellenländer wie China gedacht sein. Apple spürt zunehmend die Konkurrenz durch den südkoreanischen Technologiekonzern Samsung, der im März sein neues Smartphone Galaxy S4 präsentiert hatte. Dieses soll ab Freitag verkauft werden.

Im Bemühen, das Vertrauen seiner Aktionäre zurückzugewinnen, billigte der Vorstand eine Erhöhung der Dividende um 15 Prozent auf 3,05 Dollar pro Aktie. Ausserdem kündigte Apple an, bis Ende September 2015 Aktien im Wert von hundert Milliarden Dollar zurückzukaufen. Dies sind 55 Milliarden Dollar mehr als vergangenes Jahr angekündigt.

Aktienkurs steigt

«Wir sind sehr glücklich, in einer Position zu sein, die Grösse unseres letztes Jahr angekündigten Kapital-Rückkaufprogramms mehr als verdoppeln zu können», sagte Cook. Die Unternehmensleitung sei «überzeugt davon, dass der Rückkauf unserer Aktien eine attraktive Verwendung unseres Kapitals bedeutet».

Auf den Kurs der Apple-Aktie wirkten sich die Ankündigungen nur flüchtig aus. Im nachbörslichen Handel stieg er kurz um 5,5 Prozent auf 428,30 Dollar, fiel dann aber wieder auf 403,95 Dollar. Kurz vor dem Verkaufsstart des iPhone 5 im September 2012 hatte er noch die 700-Dollar-Marke übersprungen. (kle/chk/bru/sda/AFP)

Erstellt: 24.04.2013, 09:42 Uhr

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