Attacke auf J. P. Morgan – 83 Millionen Kunden gehackt

Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Millionen von Kunden sind bei der US-Grossbank betroffen.

Kontonummern und Passwörter seien nicht in Gefahr gewesen: J.P. Morgan in New York. (Archivbild)

Kontonummern und Passwörter seien nicht in Gefahr gewesen: J.P. Morgan in New York. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die US-Grossbank J. P. Morgan ist kürzlich Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Rund 76 Millionen Haushalte und sieben Millionen Unternehmen seien betroffen, teilte das Geldhaus mit Sitz in New York am Donnerstag mit. Demnach wurden Kundendaten wie Namen, Adressen, Telefonnummern und Email-Adressen von den Servern des Kreditinstituts entwendet.

Doch gebe es keine Hinweise auf einen Diebstahl von Kontonummern, Geburtsdaten, Passwörtern oder Sozialversicherungsnummern. Zudem liege im Zusammenhang mit dem Leck kein ungewöhnlicher Kundenbetrug vor. In Zusammenarbeit mit der Polizei gehe die Bank dem Fall nach.

250 Millionen für die Sicherheit

Ins Visier wurden laut dem Finanzinstitut nur Nutzer der Webseiten Chase.com und J. P. Morgan online sowie der Anwendungen Chase Mobile und J. P. Morgan Mobile genommen. Entdeckt wurde die Cyberattacke Mitte August, sagte die Sprecherin von J. P. Morgan, Patricia Wexler. Dabei stellte sich heraus, dass die Sicherheitslücken schon seit Juni bestünden. Inzwischen seien die Zugriffswege jedoch identifiziert und geschlossen worden. Gefährdete Konten seien zudem deaktiviert und die Passwörter aller IT-Techniker geändert worden, versicherte Wexler. Ob J. P. Morgan weiss, wer hinter dem Hackerangriff steckt, wollte sie nicht sagen.

Erst kürzlich hatte J.-P.-Morgan-Chef Jamie Dimon im Jahresbericht an die Aktionäre zwar von Millionenausgaben für Cybersicherheit berichtet, jedoch zugleich eingeräumt, dass Sorgen vor Hackerangriffen bestehen blieben. Zum Jahresende dürften sich die Kosten für Schutzmassnahmen laut Schätzungen der Bank auf rund 250 Millionen Dollar belaufen. Zudem beschäftigt das Finanzhaus 1000 Angestellte im Bereich Cybersicherheit.

In der Tat reiht sich das jüngste Datenleck bei J. P. Morgan in einer Serie von Hackerangriffen auf Finanzfirmen und Grosseinzelhändler in den USA ein. Zuletzt gab die Baumarktkette Home Depot bekannt, dass durch die Installierung von Schadsoftware in Kassen zwischen April und September 56 Millionen Kreditkarten-Daten erbeutet wurden. Von einem Cyberangriff auf das Unternehmen Target waren 40 Millionen Kreditkarten-Nutzer betroffen.

«Das ist ein Schlag ins Gesicht»

Die Cyberattacke auf J. P. Morgan sei umso beunruhigender, weil Banken eigentlich festungsähnliche Schutzmassnahmen gegen Eindringlinge haben müssten, sagte Avivah Litan, Sicherheitsexpertin beim IT-Anbieter Gartner. «Das ist ein echter Schlag ins Gesicht für das amerikanische Finanzdienstsystem.»

Dass es laut J. P. Morgan keinen Hinweis auf Missbrauch sensibler Daten gebe, sollte nicht als Grund zur Sorglosigkeit missverstanden werden. Auf vielfache Weise könnten die gestohlenen Informationen genutzt werden, um Bürger in den kommenden Monaten und Jahren auszubeuten, sagte Litan. «Man muss jetzt paranoid sein. Man darf nicht nachlässig sein. Datenvertraulichkeit gibt es jetzt nicht mehr.» (chk/AP)

Erstellt: 03.10.2014, 03:35 Uhr

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