Auch Markenspielzeug kann giftig sein

Von 50 überprüften Spielzeugen für Kleinkinder ist nur ein kleiner Teil unbedenklich, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Unter den giftigen Produkten sind auch Artikel von renommierten Herstellern.

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Alarm im Kinderzimmer: Bei der Untersuchung von Plüschtieren, Puppen und Holzspielzeugen fand die deutsche Stiftung Warentest in mehr als 80 Prozent der Fälle gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Zudem bringen verschluckbare Kleinteile Kinder in höchste Gefahr, wie die am Donnerstag in Berlin vorgestellten Testergebnisse zeigen.

Insgesamt nahm die Stiftung Warentest 50 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren unter die Lupe. Laut Test waren 40 der Spielzeuge mit Schadstoffen belastet, zwei Drittel davon sogar stark bis sehr stark. In fünf Fällen wurden nach Angaben der Experten Kinder einer direkten Gefahr ausgesetzt, weil sich bei den Spielzeugen Einzelteile lösen können, die kleine Kinder leicht verschlucken. Auch Markenware wie Brio, Eichhorn, Fisher Price, Sigikid oder Steiff hätten den Test nicht bestanden.

Holzspielzeug ist nicht die bessere Alternative

«Die Ergebnisse sind erschreckend und müssen Eltern beunruhigen», sagte Hubertus Primus, Chefredakteur der Zeitschrift «Test», die die Ergebnisse in ihrer November-Ausgabe veröffentlicht.

Lediglich acht der Spielzeuge waren demnach nicht mit Schadstoffen belastet, darunter sechs aus Plastik. Sieben Produkte hätten hingegen nicht einmal die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und gar nicht verkauft werden dürfen. Auch die Illusion vieler Eltern, dass Holzspielzeug die bessere Alternative sei, habe sich nicht bestätigt, so Primus. Keines war schadstofffrei.

Zu den am häufigsten gefundenen Schadstoffen gehören sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), darüber hinaus fanden die Tester Weichmacher (Phthalate), Formaldehyd, Schwermetalle wie Blei oder zinnorganische Verbindungen. Einige dieser Stoffe gelten als krebserregend und können Allergien auslösen und womöglich die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Ein Plüschaffe fiel im Test durch, weil er viel zu schnell in Flammen aufging.

Nicht nur chinesisches Spielzeug betroffen

Ein beträchtlicher Teil der Spielwaren in Europa stammt aus China. Einen Zusammenhang zwischen der Sicherheit der Spielzeuge und dem Herkunftsland stellten die Tester nach eigenen Angaben aber nicht fest. In der Vergangenheit waren bei anderen Untersuchungen dagegen in Spielzeug aus China giftige Stoffe entdeckt worden, deren Anteil über den vorgeschriebenen Höchstgrenzen lag.

Angesichts der aktuellen Testergebnisse forderten die Verbraucherschützer erneut Konsequenzen. Die rechtlichen Vorschriften seien «nicht ausreichend», kritisierte Primus. Die Kinder müssten besser etwa vor Krebs erzeugenden Stoffen geschützt werden.

Die Stiftung Warentest rät, vor dem Kauf von Spielzeug nach ablösbaren Kleinteilen zu schauen und bei auffälligem Geruch besser die Hände davon zu lassen. Puppen sollten für Kleinkinder am besten aus Stoff sein. (oku/AFP)

Erstellt: 21.10.2010, 14:19 Uhr

Ein Teddybär, der wegen Giftstoffen nicht hätte verkauft werden dürfen: Der Hersteller Nanu Nana hat das Produkt laut Stiftung Warentest jetzt vom Markt genommen.

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