Autos importieren leicht gemacht

Euro und Dollar auf Talfahrt erhöhen die Attraktivität von direkt importierten Autos. Wer selber tätig werden will, findet beim Touring-Club der Schweiz eine Anleitung.

Corvette-Modelle bei einem US-Autohändler: Wer den Wagen selbst importiert, kann viel Geld sparen.

Corvette-Modelle bei einem US-Autohändler: Wer den Wagen selbst importiert, kann viel Geld sparen. Bild: Keystone

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Auto Schweiz zählt 20 Argumente auf, um zu begründen, weshalb Neuwagen in der Schweiz trotz starkem Franken nicht günstiger werden – etwa längere Garantien, eine im Vergleich zum Ausland bessere Ausstattung oder die langfristige Kalkulation der Verkaufspreise. Wer der Argumentation der Importeure nicht folgen mag, hat zwei Möglichkeiten: Er beschafft sich ein Auto direkt im Ausland oder kauft einen Wagen von einem freien Autohändler, der Direktimporte anbietet. In beiden Fällen spart er je nach Auto mehrere Tausend bis sogar zehntausend Franken.

Garantieleistung für alle

Der Gang zum Händler empfiehlt sich allerdings nur für jene, die bezüglich Farbe und Ausstattung flexibel sind. «Wir führen in der Regel keine Wunschbestellungen aus», sagt Marco Belfanti, Garagist in Höngg und Präsident der freien Autohändler der Schweiz. Immer mehr Verbandsmitglieder importierten dennoch direkt, weiss Belfanti, «auch solche, die in diesem Bereich bisher nicht aktiv waren». Auch Auto Schweiz spricht von einer zweistelligen Zunahme bei den Direktimporten im ersten Halbjahr.

Wer die Preise offizieller Importeure mit jenen direkt importierter Autos vergleichen will, muss alle Aspekte berücksichtigen: Ausstattung, Servicepakete, Dauer der Garantie. Denn offizielle Markenvertreter sind gemäss Wettbewerbskommission zwar auch bei Direktimporten verpflichtet, sämtliche Garantieleistungen auszuführen. Bietet der Schweizer Importeur jedoch zum Beispiel eine längere Garantiedauer an, kann man sich bei einem Direktimport nicht darauf berufen.

Wichtige Tipps

Wer trotz Direktimport nicht auf die Wahl der Farbe der Sitzbezüge und der Ausstattung verzichten will, muss sich selber darum kümmern. «Bei richtigem Vorgehen kann der Kauf eines Neuwagens in Europa ein gutes Geschäft sein», schreibt der Touring-Club der Schweiz. Ein Ratgeber, der auf der TCS-Website gratis erhältlich ist, fasst auf sieben Seiten zusammen, worauf man dabei achten muss. Das sind die wichtigsten Tipps:

  • Das Auto muss über eine EU-Übereinstimmungsbescheinigung verfügen. So entfallen die speziellen Abgas- und Lärmkontrollen, die sonst 1600 Franken (Benzin) bis 2300 Franken (Diesel) kosten können.
  • Das Auto muss die aktuellen Schweizer Abgasvorschriften erfüllen. Die Abgaswartung muss bei einem Schweizer Garagisten erfolgen, der ein Abgaswartungsdokument ausfüllt und abgibt.
  • Der Verkäufer muss ein vom Markenvertreter abgestempeltes Serviceheft und eine beim lokalen Zollamt abgestempelte Ausfuhrerklärung abgeben.
  • Benötigt wird auch ein EUR-1-Dokument als Ursprungsnachweis. Da dieses nur beim Export aus der EU in Drittstaaten nötig ist, ist das Dokument dem Verkäufer unter Umständen nicht bekannt. Es ist aber für eine zollfreie Einfuhr in die Schweiz unerlässlich.

Zusätzliche Kosten

Auch ohne Zoll entstehen dem Käufer am Zoll zusätzliche Kosten. Zuerst erhöht sich der Nettoverkaufspreis (ohne Mehrwertsteuer) um die Schweizer Automobilsteuer von 4 Prozent des Warenwerts. Danach wird auf den neuen Gesamtwert die hiesige Mehrwertsteuer von 7,6 Prozent erhoben.

In der EU liegt die Mehrwertsteuer je nach Land zwischen 15 und 25 Prozent. Diesen Betrag, der auf der Rechnung separat ausgewiesen werden muss, kann man beim Verkäufer zurückfordern, nachdem der Zoll die Ausfuhr bestätigt hat. Meistens erfolgt diese Verrechnung heute elektronisch. Um keine Probleme zu haben, sollte man sich dies dennoch vom Verkäufer bestätigen lassen, denn eine Pflicht zur Rückzahlung gibt es zumindest in Deutschland nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.09.2010, 14:54 Uhr

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