Britischer Finanzinvestor kauft Sunrise und zerstreut Bedenken

Die dänische Telefongesellschaft TDC hat ihre Tochterfirma Sunrise verkauft. Der neue Eigentümer sei an einer langfristigen Beteiligung interessiert.

Wurde von britischem Finanzinvestor gekauft: Die Mobilfunkfirma Sunrise.

Wurde von britischem Finanzinvestor gekauft: Die Mobilfunkfirma Sunrise. Bild: Keystone

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Nach der geplatzten Fusion mit Orange übernehmen nun private Investoren die Telekomfirma Sunrise. Der Finanzinvestor CVC Capital Partners erwirbt die Schweizer Tochter der dänischen TDC-Gruppe für 3,3 Milliarden Franken.

Sunrise habe einen starken Eigentümer gefunden, der die Entwicklung des Unternehmens sichere, teilte TDC am Freitag mit. Die Dänen, die Sunrise während rund zehn Jahren besassen, wollten sich schon seit längerem von ihrem Schweizer Ableger trennen.

CVC zerstreut Bedenken

Die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners sieht sich als langfristige Investorin. Sie konzentriert sich auf die Entwicklung von Unternehmen und bleibt in der Regel fünf Jahre oder länger investiert, bevor sie eine Beteiligung wieder abstösst.

CVC wolle «dauerhafte Werte» schaffen, schreibt die Gesellschaft auf ihrer Internetseite. Damit grenzt sie sich von anderen Beteiligungsgesellschaften ab, die oft als «Heuschrecken» kritisiert werden.

Der Vorwurf: Die Investoren fallen über ein Unternehmen her und pressen es aus, weil sie nur an der kurzfristigen Rendite interessiert sind. Dann ziehen sie weiter, ohne sich um die Folgen zu kümmern.

Breite Beteiligungen

Die ursprünglich britische CVC Capital Partners ist seit bald drei Jahrzehnten am Markt ist und hat ihren Sitz nun in Luxemburg. Die Gesellschaft besitzt derzeit nach eigenen Angaben weltweit rund fünfzig Unternehmen mit insgesamt über 395'000 Angestellten. Diese erwirtschaften einen Jahresumsatz von über 97 Milliarden Franken.

CVC ist breit aufgestellt. Zu den bekanntesten Unternehmen gehören der deutsche Industriekonzern Evonik, der britische Kofferhersteller Samsonite und die spanische Kleiderkette Cortefiel. Zum europäischen Portfolio gehört überdies Formel 1, ein weltweiter Vermarkter von Motorsport-Rechten. Ferner besitzt CVC die grösste Mediengruppe Australiens, die PBL Media.

In der Schweiz machte die CVC Capital Partners Schlagzeilen, als sie sich die Industriefirmen SIG und Forbo unter den Nagel reissen wollte - allerdings vergeblich. Mit der am Freitag angekündigten, 3,3 Milliarden Franken teueren Übernahme des Telekomunternehmens Sunrise gelingt CVC hierzulande nun doch noch ein Coup.

Rekurs gegen Weko-Entscheid zurückgezogen

Die geplante Hochzeit von Sunrise und der France-Télécom-Tochter Orange war Anfang Juni endgültig geplatzt. Nach dem Veto der Wettbewerbshüter sahen beide Anbieter keine Chance mehr für einen Zusammenschluss. Ein Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) wurde zurückgezogen.

Die Weko hatte am 22. April die Fusion verboten, um ein Duopol in der Schweiz durch die fusionierte Sunrise/Orange und die Swisscom im Mobilfunkmarkt zu verhindern. Denn mit Sunrise würde ausgerechnet derjenige Anbieter verschwinden, der am meisten Bewegung in den hiesigen Mobilfunkmarkt gebracht habe, argumentierte die Weko damals. (ske/sda)

Erstellt: 17.09.2010, 07:41 Uhr

Weko prüft Übernahme

Die Wettbewerbshüter wollen die geplante Übernahme von Sunrise durch den Finanzinvestor CVC anschauen. Nach einem Monat muss die Wettbewerbskommission (Weko) entscheiden, ob sie den Deal für unbedenklich hält oder eine vertiefte Prüfung einleitet.

«Zum Verkauf von Sunrise an CVC selber darf ich nichts sagen», sagte Weko-Direktor Rafael Corazza am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Allerdings sei es positiv, dass der Schweizer Telekommarkt dynamisch sei und in Bewegung bleibe.

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