CSS und Helsana gründen neuen Verband

Spaltung der Krankenkassen-Branche: Santésuisse verliert zwei seiner grössten Mitglieder. Die Gründung eines Konkurrenzverbandes bezeichnen CSS und Helsana als «Befreiungsschlag».

Konnten den Verband nicht zusammenhalten: Santésuisse-Präsident Christoffel Brändli und Direktor Christoph Meier.

Konnten den Verband nicht zusammenhalten: Santésuisse-Präsident Christoffel Brändli und Direktor Christoph Meier. Bild: Keystone

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Die beiden Krankenkassen CSS und Helsana treten auf Ende Jahr aus dem Verband aus und gründen zusammen mit der Sanitas den Verband Curafutura.

Mit dem neu gegründeten Verband «der innovativen Krankenversicherer» würden die drei Mitglieder ihre gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen, wie sie mitteilten. «Die Gründung des partnerschaftlichen Verbandes ist ein Befreiungsschlag.»

Gemäss TA-Recherchen hatten die Sanitas und die Helsana zuvor der Groupe Mutuel ein Ultimatum gestellt. Hintergrund sind Streitigkeiten im Lobbying um die geplante Verschärfung des Risikoausgleichs.

Cassis wird Präsident

Erster Präsident des Verbands ist der Arzt und Tessiner FDP-Nationalrat Ignazio Cassis. Neben dem Präsidenten setzt sich der Vorstand von Curafutura aus den drei Verwaltungsratspräsidenten Jens Alder (Sanitas), Thomas D. Szucs (Helsana), Jodok Wyer (CSS) sowie aus den drei CEOs Otto Bitterli (Sanitas), Georg Portmann (CSS) und Daniel H. Schmutz (Helsana) zusammen.

Der Verband wird sich gemäss Communiqué weiterhin für ein liberales Gesundheitssystem einsetzen. «Neue Lösungen und verbesserte Angebote können nur in einem nicht zu stark regulierten Markt entstehen.»

Offen für weitere Mitglieder

Der Verband sei offen für weitere Mitglieder, die dieselben Werte teilen. Doppelmitgliedschaften in anderen Krankenversicherungsverbänden seien aber ausgeschlossen. Deshalb tritt die Sanitas aus der «Allianz für ein qualitativ hochstehendes, effizientes Gesundheitswesen» (ASK) aus.

Curafutura will gemäss eigenen Angaben die wichtigen Themen und Herausforderungen angehen, die derzeit von den bestehenden Verbänden blockiert werden. Diese Blockaden sollen gelöst und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vorangebracht werden.

Einnahmeausfall

Mit der CSS und der Helsana verliert der Krankenkassenverband Santésuisse gemessen an der Anzahl Versicherten zwei seiner drei grössten Mitglieder. Die CSS-Gruppe zählte Ende letzten Jahres 1,21 Millionen Personen in der Grundversicherung, die Helsana 1,18 Millionen. Zusammen mit den 521'000 Versicherten der Sanitas vereint die neue Organisation damit fast 3 Millionen Versicherte auf sich.

Die Abspaltung wird sich auch in der Kasse von Santésuisse bemerkbar machen: Ein Austritt von CSS und Helsana hat einen Einnahmeausfall von über 4 Millionen Franken zur Folge.

Bereits vor rund zwei Jahren hatten die drei Kassen Sanitas, Helsana und Groupe Mutuel die ASK ins Leben gerufen. Die Kassen sahen die Interessen ihrer Versicherten nicht mehr gewährleistet. Im Gegensatz zur Sanitas verblieben die Helsana und die Groupe Mutuel allerdings weiterhin bei Santésuisse. (mw/sda)

Erstellt: 26.04.2013, 12:04 Uhr

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