Credit Suisse mit Gewinnsprung

Die Grossbank erfüllt die Erwartungen von Analysten und schliesst das erste Quartal mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Franken ab. Ein grösserer Beitrag dazu kommt aus dem Investmentbanking.


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Im Gleichschritt mit der weltweiten Erholung der Märkte vermeldet die Credit Suisse ein erfreuliches Ergebnis. Die Bank hat im ersten Quartal einen Gewinn von 1,303 Milliarden Franken erzielt. Dies geht aus den Geschäftszahlen hervor, welche die Bank heute Morgen veröffentlicht hat. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine markante Verbesserung dar. Damals belastete die Neubewertung eigener Schulden das Ergebnis der CS und die Grossbank entging nur knapp einem Quartalsverlust. Mit den heute publizierten Zahlen erfüllt die CS die Erwartungen von Analysten überwiegend.

Auf bereinigter Basis beziffert die zweitgrösste Schweizer Bank ihren Gewinn im ersten Quartal 2013 auf 1,5 Milliarden Franken, was gegenüber dem Vorjahresquartal einer Steigerung von rund 40 Prozent entspricht. Im abgelaufenen vierten Quartal des Jahres 2012 hatte die Credit Suisse operativ 1,2 Milliarden Franken und unter dem Strich 263 Millionen Franken verdient. Die Eigenkapitalrendite liegt laut CS derzeit bei 14,2 Prozent, auf bereinigter Basis wird die Kennzahl im ersten Quartal 2013 sogar mit knapp 16 Prozent beziffert.

Tiefere Boni in der Investmentbank

Bei den Spartenergebnissen sticht das Investmentbanking hervor, wo die Credit Suisse im Vergleich zum Vorjahresquartal über 600 Millionen Franken an Aufwand eingespart hat. Bei beinahe unverändertem Geschäftsertrag resultiert im ersten Quartal 2013 ein Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Franken im Investmentbanking (+43 Prozent). Laut der CS ist der Kostenrückgang vor allem auf das PAF-2 Bonusprogramm zurückzuführen, das im ersten Quartal 2012 mit über 400 Millionen Franken zu Buche geschlagen hatte. Die risikogewichteten Aktiven in der Investmentbank hat die Bank in den letzten drei Monaten um 5 Milliarden US-Dollar reduziert. Das Ziel von 175 Milliarden Dollar per Ende Jahr werde voraussichtlich erreicht, teilt die Bank mit.

In der Medienmitteilung lobt CS-Chef Brady Dougan die «erfolgreiche Umsetzung der strategischen Massnahmen» der Bank seit Mitte 2011. Das Ergebnis begünstige die Wiederaufnahme der Ausschüttung einer Bardividende. Für das Geschäftsjahr 2012 will die Bank 10 Rappen Dividende in Bar und 65 Rappen in Form von Aktien ausgeben. An der Generalversammlung vom kommenden Freitag entscheiden die Aktionäre über die Gewinnverwendung. Seit Jahresbeginn hat die CS-Aktie um knapp 19 Prozent zugelegt, aktuell notiert das Papier bei 26.42 Franken.

Viel Neugeld für die CS

Der Nettoneugeldzufluss in der Vermögensverwaltung liegt laut CS bei 12 Milliarden Franken, was deutlich über den im Vorfeld geäusserten Analystenschätzungen liegt. Geldzuflüssen aus Schwellenländern und von Superreichen im Asset Management standen auch im ersten Quartal 2013 Geldabflüssen westeuropäischer Kunden von total 2,1 Milliarden Franken gegenüber. Schweizer Grosskunden trugen 4,5 Milliarden Neugeld bei. Die Übernahme des privaten Vermögensverwaltungsgeschäfts von Morgan Stanley in der Region Europa, welche die Bank Ende März vermeldet hatte und die mit Neugeldzuflüssen von 13 Milliarden US-Dollar verbunden sein soll, wirkt sich in den aktuellen Zahlen noch nicht aus.

Das Ergebnis in der Sparte Private Banking und Wealth Management liegt mit 881 Millionen Franken um 70 Millionen Franken tiefer als im ersten Quartal 2012. Die Bank spricht von stabilen transaktions- und leistungsabhängigen Erträgen. Allerdings sank die Bruttomarge auf den verwalteten Vermögen gegenüber dem Vorjahresquartal von 118 auf 110 Basispunkten. «Die Marge in der Vermögensverwaltung entwickelte sich nicht positiv - und dies trotz vorteilhaftem Handelsumfeld» sagt Analystin Teresa Nielsen von Vontobel dazu. Die CS rechnet ihrerseits mit einer weiter leicht schrumpfenden Marge, sollten die Zinsen tief bleiben.

Keine zusätzlichen Sparübungen

Nach anfänglichen Kursgewinnen drehte die CS-Aktie gegen Mittag ins Minus. Um 12:15 Uhr notierten die Papiere bei 26.25 Franken, was einem Kursrückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs entspricht. Analysten sehen längerfristig dennoch Raum für Kursgewinne: Besonders die Investmentbank hebe sich positiv von ihren amerikanischen Mitbewerbern ab, sagten von der Agentur AWP befragte Experten. Finanzchef David Mathers die Marktbedingungen im April als vergleichbar mit denjenigen im ersten Quartal 2013.

In den kommenden Geschäftsperioden will Bankchef Brady Dougan die Leistung weiter steigern. Man sei auf gutem Weg, das Sparziel von 4,4 Milliarden Franken bis Ende 2015 zu erreichen, so der Konzernchef. Nachdem die Bank im abgelaufenen Jahr ihre Kostenziele sukzessive erhöht hatte, verzichtet die Credit Suisse in diesem Quartal auf eine erneute Verschärfung des Sparprogramms. (ssc)

Erstellt: 24.04.2013, 06:46 Uhr

Sitz der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz. (Bild: Keystone )

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