Das Auto hat Zukunft

Silicon Valley will das Autofahren revolutionieren.

iCar: Apple setzt mehere Hundert Mitarbeiter auf die Konzeption eines Autos an.

iCar: Apple setzt mehere Hundert Mitarbeiter auf die Konzeption eines Autos an. Bild: Reuters

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Jetzt also auch noch Apple. Zuverlässige Gerüchte sagen, der schicke Computer-, Smartphone- und bald Uhrenkonzern wolle ein Auto entwickeln. Mehrere Hundert seiner Mitarbeiter hat Apple auf das Projekt «Titan» angesetzt, darunter Leute, die das Unternehmen vom Elektroauto-Hersteller Tesla abgeworben hat. Das Äussere soll ein Ford-Ehemaliger entwerfen, ein Freund des Apple-Design-Gurus Jonathan Ive. Zu sagen, die mit 169 Milliarden Franken Bar­reserven gesegnete Firma «tüftle» an einem iCar herum, wäre eine masslose Untertreibung.

Man reibt sich die Augen, mit wie viel Geld und Kreativität sich Hochtechnologiekonzerne auf das Thema Automobilität stürzen. Tesla setzt Massstäbe beim alltagstauglichen Elektroauto. Google experimentiert schon seit Jahren mit dem führerlosen Auto. Der Online-Taxivermittlungsdienst Uber denkt über das führerlose Taxi nach. Die Branche rechnet sich Chancen aus, die Automobilindustrie so aufzumischen, wie sie das mit dem Buchhandel, der Mobiltelefonie, dem Kleininserate- und Partnervermittlungsgeschäft bereits gemacht hat.

Dabei hat der eigene Wagen in der Garage heute mindestens hierzulande einen schlechten Ruf. Die Generation Internet foutiert sich darum und hat häufig nicht einmal einen Führerausweis. Politiker, die das Auto aus den Städten verbannen wollen, haben Zuspruch. Am motorisierten Individualverkehr, kurz MIV, klebt in verwöhnten Gesellschaften ein Mief: Autos verschwenden Energie und Platz, verschmutzen die Umwelt, sind angesichts lückenloser Transport­ketten des öffentlichen Verkehrs überflüssig. Von gestern eben.

Die Initiative aus dem Silicon Valley (der die herkömmlichen Autohersteller ihre eigenen entgegenstellen werden) hat das Zeug, das Autofahren wieder modern zu machen. Sparsam, wahrscheinlich elektrisch, intelligent gesteuert, dazu noch chic und sexy.

Ironischerweise baut diese neue Zukunft des Autos auf dem unbestreitbaren Grundvorteil, der das Autofahren schon seit Gottlieb Daimlers Zeiten so attraktiv macht: Die konkurrenzlos grosse individuelle Freiheit bei der Fortbewegung.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.02.2015, 19:41 Uhr

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