«Das Risiko in den USA ist für die Axpo überschaubar»

Axpo-Chef Andrew Walo setzt grosse Hoffnungen in die Expansion in die USA.

Der Schritt nach Übersee reduziere das Gesamtrisiko für das Unternehmen: Axpo-Chef Andrew Walo. (Archivbild)

Der Schritt nach Übersee reduziere das Gesamtrisiko für das Unternehmen: Axpo-Chef Andrew Walo. (Archivbild) Bild: Walter Bieri/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Axpo-Chef Andrew Walo verteidigt den geplanten Markteintritt des Stromkonzerns in die USA gegen Kritik aus der Politik. Der Schritt nach Übersee reduziert laut Walo das Gesamtrisiko für das Unternehmen. Zudem erhofft er sich ein rentables, wachsendes Geschäftsfeld.

Motiviert ist die Expansion in die USA auch durch die derzeit tiefen Strompreise in Europa, wie Walo im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» einräumt. «Wir müssen profitable Geschäftsfelder entwickeln, weil die traditionelle Stromproduktion unter den tiefen Grosshandelspreisen leidet.»

«Überschaubares Risiko»

Axpo kündigte den Eintritt mit dem sogenannten Origination-Geschäft in die regionalen Märkte von Texas und im Nordosten der USA Mitte Juni an. Vergangene Woche äusserten Politiker aus Besitzerkantonen, namentlich aus der SVP, nun Kritik. Sie befürchten, dass die öffentliche Hand bei einem Scheitern zur Kasse gebeten werden könnte.

Kritische Fragen seien im Axpo-Verwaltungsrat mit seinen Kantonsvertretern im Vorfeld diskutiert worden, sagte Walo. Axpo werde in den USA nur in IT und Personal investieren. «Damit ist unsere Strategie konservativ und realistisch.» Axpo kaufe keine kapitalintensiven Kraftwerke, das Risiko bleibe überschaubar.

Kraftwerke allein nicht rentabel

Das Origination-Geschäft weist Parallelen zum Handel am Finanzmarkt auf. Als Origination-Dienstleister erarbeitet Axpo für Produzenten oder Abnehmer Lösungen zur Vermarktung, Beschaffung oder Absicherung von Strom oder Gas.

Walo bejaht, dass neue Regulierungen für Finanzinstitute in den USA eine Rolle für den geplanten Markteintritt der Axpo gespielt haben. US-Banken mussten sich deshalb aus dem Energiegeschäft zurückziehen. «Das eröffnet für uns neue Optionen», sagte er.

Darauf angesprochen, ob eine Fokussierung auf die traditionelle Stromproduktion nicht sinnvoller wäre, sagte Walo: «Mit Kraftwerken allein könnten wir in der jetzigen Situation wegen der tiefen Strompreise nicht rentabel wirtschaften.» Schweizer Kraftwerke produzierten derzeit über den Marktpreisen. (chk/sda)

Erstellt: 15.08.2015, 05:13 Uhr

Artikel zum Thema

Keine Fesseln für die Axpo

Der Energiekonzern will in Übersee in den Stromhandel einsteigen. Das sei ein unternehmerischer Entscheid, sagen Politiker aus FDP und CVP. Mehr...

Schweizer Konzern plant Stromdeals in den USA

Ist dieser Schritt zu riskant, wie SVP und Linke kritisieren? Klar ist, die Axpo hat in Übersee einiges im Sinn. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Spiegelung: Marathonläufer in der russischen Hauptstadt Moskau spiegeln sich in einer Pfütze. (22. September 2019)
(Bild: Evgenia Novozhenina ) Mehr...