Das Schmuckstück der Schweizer Wirtschaft

Heute öffnete die Weltmesse für Uhren und Schmuck in Basel ihre Tore. Johann Schneider-Ammann lobte die Branche als Schmuckstück der Schweizer Wirtschaft und erinnerte an die Leistungen von Nicolas Hayek.

Der Eröffnungsakt (von l.n.r.): Regierungsrat Christoph Brutschin, Jacques J. Duchêne (Präsident des Ausstellerbeirats), Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Messe-CEO René Kamm, der Basler Grossratspräsident Daniel Goepfert und der Baselbieter Regierungsrat Peter Zwick eröffnen die Baselworld.

Der Eröffnungsakt (von l.n.r.): Regierungsrat Christoph Brutschin, Jacques J. Duchêne (Präsident des Ausstellerbeirats), Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Messe-CEO René Kamm, der Basler Grossratspräsident Daniel Goepfert und der Baselbieter Regierungsrat Peter Zwick eröffnen die Baselworld. Bild: Lukas Bertschmann

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Für Bundesrat Johann Schneider-Ammann, den Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD), ist die Uhrenindustrie zum Symbol für jene Werte geworden, die die Schweiz ausmachen: Zuverlässigkeit, Genauigkeit und die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden – «für erfolgreiche Innovation also», wie Schneider-Ammann sagte.

Dass die Uhrenindustrie heute ein «wirkliches Schmuckstück der Schweizer Wirtschaft» sei, habe sie Nicolas Hayek zu verdanken, der einst dem «schlafenden Giganten neues Leben eingehaucht» habe. Als wirklicher Unternehmer habe der 2010 verstorbene Patron der Swatch Group der Managerkultur vorgemacht, dass eine Wirtschaft auch blühen kann, wenn sie nicht auf kurzfristige Gewinne schielt. Der EVD-Vorsteher machte sich in seinen weiteren Ausführungen für den Werkplatz Schweiz stark. Hayek habe bewiesen, dass dieser eine Zukunft habe und dass Massenproduktion im Land nicht nur möglich, sondern auch nötig sei. Denn ohne Produktion gebe es keine Entwicklung und ohne diese keine Spitzentechnologie.

Vorbildlich ist Hayek für Bundesrat Schneider-Ammann auch insofern, als dieser zwar die Produkte der Swatch Group weltweit vermarktete, aber nie Arbeitsplätze abbaute und in Billiglohnländer verlagerte. Nach Ansicht des EVD-Vorsteher sollten Unternehmen, die wegen des starken Frankens an eine Auslagerung in Länder mit tieferen Löhnen denken, genau analysieren, ob sich dieser Schritt lohnt.

Nicht nur der Franken zählt

Die Lohnkosten seien nur ein Element für den Unternehmenserfolg, gab der frühere Industrielle zu bedenken. Als weitere Faktoren nannte er neben den Steuern und der Bildung auch einen liberalen Arbeitsmarkt. Dieser funktioniere jedoch nur bei einer gelebten Sozialpartnerschaft.

Vor der Ansprache hatte Schneider-Ammann die 40. Baselworld mit dem Durchschneiden des symbolischen Bandes eröffnet. Danach besuchte er während rund einer Stunde die Stände wichtiger Schweizer Marken wie Rolex, Patek Philippe oder Chopard.

Optimistische Schweizer Uhrenindustrie

Besonders herzlich wurde der Wirtschaftsminister bei der Swatch Group empfangen: Konzernchef Nick Hayek und Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek begrüssten den Magistraten fast wie ein Familienmitglied. Schliesslich hatte Schneider-Ammann bis zu seiner Wahl in die Landesregierung dem Verwaltungsrat des Uhrenkonzerns angehört. Nick Hayek legte dem Bundesrat vor zahlreichen Fotografen eine Swatch mit der Aufschrift «Occupy your Wrist» («Besetze dein Handgelenk») an. Der Slogan nimmt Bezug auf die Occupy-Bewegung und sei die Mission der Swatch Group, schmunzelte Hayek.

An der «Baselworld» ist die trotz weltweiter Krisenstimmung vor Optimismus strotzende Schweizer Uhrenindustrie mit 456 Marken vertreten. An der Leitmesse der globalen Uhren- und Schmuckindustrie präsentieren 1800 Aussteller aus 41 Ländern ihre Produkte und Kollektionen. Bis zum 15. März werden über 100'000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt erwartet, darunter 3000 Medienleute. (lub/sda)

Erstellt: 08.03.2012, 15:56 Uhr

Diamantenuhr im Wert von fünf Millionen Dollar: Uhrenmacher Jean-Claude Biver gestern in Basel. (Bild: Reuters )

Besucherinformation

Baselworld: Donnerstag, 8. März bis Donnerstag, 15. März 2012. Ort: Messe Basel. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr, am letzten Messetag von 9 bis 16 Uhr Eintrittspreise: Tageskarte CHF 60.00, Dauerkarte CHF 150.00 Veranstalter: MCH Messe Schweiz (Basel) AG. Internet: www.baselworld.com

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