Das ist der neue CS-Boss

Tidjane Thiam löst Brady Dougan an der CS-Spitze ab. Er ist erst der zweite Topmanager schwarzer Hautfarbe an der Spitze einer global tätigen Bank.

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Der 52jährige, aus der Elfenbeinküste gebürtige Thiam löst Brady Dougan ab. Für die Credit Suisse kommt die Auswechslung von Dougan durch einen Versicherungsexperten aus London einem tiefen Kulturwandel gleich. Thiam ist erst der zweite Topmanager schwarzer Hautfarbe an der Spitze einer global tätigen Bank. Stanley O’Neill hatte Merrill Lynch zwischen 2003 und 2007 geführt, bevor er unter dem Druck der Finanzkrise gehen musste.

Thiam führte die Prudential Gruppe – Pru, wie sie von den Briten genannt wird – seit 2009. Zuvor arbeitete er für die Aviva Versicherung und als Managementberater für McKinsey. In der Elfenbeinküste war er ausserdem in verschiedenen Funktionen für die Regierung tätig. Unter seiner Führung schlug die Prudential einen aggressiven Expansionskurs ein. Als Folge verdreifachte sich der Aktienpreis seit 2009. Erst letzten Dezember skizzierte er Pläne für eine zusätzliche Markterweiterung im asiatischen Raum; eine Region, die auch von der Credit Suisse gezielt bearbeitet wird.

2010 waren die Investoren nicht so angetan von Thiam, als er das Asiengeschäft der AIG (AIA) Versicherung aufkaufte. Es wurden gar Stimmen laut, ihn abzulösen; Stimmen, die im Rückblick verfehlt erscheinen. Sowohl die AIA wie die Asienabteilung von Prudential weisen seither starke Resultate aus. Sein Wechsel zu Credit Suisse erscheint überraschend, da Thiam noch nie in seiner Karriere für eine Bank arbeitete. Er ist verheiratet und Doppelbürger der Elfenbeinküste und von Frankreich. Er war 1982 der erste aus seinem Heimatland, der an die prestigereiche Ecole Polytechnique in Paris aufgenommen wurde und seine Studien im Physik und Mathematik mit den höchsten Auszeichnungen abschloss. Thiam ist nach Angaben der Financial Times einer der angesehensten Manager auf dem Londoner Finanzplatz.

Erstellt: 10.03.2015, 06:22 Uhr

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