Denner-Chef Bamert muss per sofort gehen

Der frühere Ex-Libris-Chef kannte den Schweizer Food-Markt zu wenig – ebenso wie zwei seiner ausländischen Kaderleute.

Peter Bamert: Zwischen dem Ex-Denner Chef und dem Verwaltungsrat brannte angeblich die Luft.

Peter Bamert: Zwischen dem Ex-Denner Chef und dem Verwaltungsrat brannte angeblich die Luft. Bild: Keystone

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Bereits im Oktober hiess es, zwischen Peter Bamert und dem Verwaltungsrat herrsche dicke Luft. Mit seiner nicht abgesprochenen Aussage, Denner wolle in Zukunft mehr Filialen betreiben als Coop, habe er das Gremium um den Präsidenten Philippe Gaydoul erzürnt, schrieb der «Blick» damals.

Mangelndes Wissen als Verhängnis

Noch stärkte die Migros Bamert den Rücken. Warum soll man sauer sein, wenn Denner sage, mehr Läden als Coop haben zu wollen, schrieb Dieter Berninghaus, Verwaltungsrat von Denner und zuständiges Konzernleitungsmitglied der Migros, dem Personal.

Alleingänge wie dieser werden bei der Mutter Migros nicht nur für Freude gesorgt haben. Doch solange die Zahlen stimmen . . . Zum Verhängnis dürfte Bamert sein Mangel an Wissen im Lebensmittelgeschäft geworden sein. Ihm zur Seite standen erst noch Kaderleute, die den Schweizer Markt nicht kennen. Der langjährige Einkaufschef HansRudolf Brauchbar war durch einen Niederländer ersetzt worden, Verkaufschef wurde ein Deutscher mit Erfahrung in Osteuropa. Beide hatte der deutsche Ex-Rewe-Chef Berninghaus eingesetzt. Bamert hatte also nicht nur das Erbe Gaydouls anzutreten, die Ausgangslage war auch personell schwierig.

Nachfolge offen

Das Umsatzwachstum von 0,8 Prozent wird ihm das Genick gebrochen haben. Es ist durch eine nie gesehene Aktionitis erkauft, die auf die Rendite drückte. Offiziell begründet man die Trennung mit «unterschiedlichen Vorstellungen zur strategischen Weiterführung des Unternehmens». Die Nachfolge ist offen, vorerst führt Finanzchef Mario Irminger die Firma.

Erstellt: 28.01.2011, 08:46 Uhr

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