Devisenskandal könnte für die UBS teuer werden

Die Weko führt bereits eine Untersuchung gegen die UBS wegen Absprachen beim Libor. Im Wiederholungsfall sieht das Kartellgesetz eine Verschärfung der Strafe vor.

Händler sollen Kurse manipuliert haben: UBS-Filiale in Zürich.

Händler sollen Kurse manipuliert haben: UBS-Filiale in Zürich. Bild: Keystone

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Indizien deuten darauf hin, dass Händler der UBS und anderer Banken im Devisenhandel Kurse manipuliert haben.

Wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» schreibt, würde es für die UBS doppelt teuer, würde nachgewiesen, dass ihre Händler auch beim Handel mit Fremdwährungen illegale Absprachen getroffen haben.

Wertung als Wiederholungsfall wahrscheinlich

Die Weko führt eine Untersuchung gegen die UBS im Fall von Absprachen beim Libor-Zinssatz. Im Wiederholungsfall sieht das Kartellgesetz eine Verschärfung der Strafe vor. Und obwohl es sich mit dem Devisenhandel um einen anderen Bereich des Bankings handelt, ist die Wertung als Wiederholungsfall wahrscheinlich.

Weko-Vizedirektor Patrik Ducrey sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Wenn eine Bank, die vom Libor-Verfahren betroffen ist, noch nach dessen Eröffnung an einer Devisenabsprache teilgenommen hat, würden wir das mit grosser Wahrscheinlichkeit als mehrfachen Verstoss werten.»

Noch ist unklar, weswegen Weko und Finma ermitteln. Kommuniziert wurde von beiden Behörden diesen Freitag lediglich der Verdacht auf «Manipulation» von Wechselkursen.

Müller verlangt Konsequenzen für fehlbare Bankangestellte

FDP-Präsident Philipp Müller fordert nach dem Bekanntwerden der möglichen Devisenabsprachen ein hartes Durchgreifen gegen fehlbare Banker. «Die FDP verlangt von den Führungsriegen der Banken, jene Händler, die den Betrug und die Geldgier in den Genen zu tragen scheinen, auszusortieren und ins Pfefferland zu schicken», sagt Müller der «NZZ am Sonntag». «Die regionalen Angestellten der Banken sind stinksauer. Gegen sie wird nun wegen der jüngsten Verfehlung gewisser Händler wieder gestichelt, obwohl sie keine Schuld trifft», so Müller weiter.

SP-Nationalrat Corrado Pardini zweifelt an der Arbeit der Finanzmarktaufsicht: Es brauche eine stärkere Kontrolle durch die Politik. Die Selbstregulierung des Finanzplatzes funktioniere nicht. Seine Parteigenossin Susanne Leutenegger Oberholzer bringt darum das Parlament ins Spiel: «Die SP verlangt, dass der Sachverhalt durch die zuständigen Institutionen (Finma, Weko, Schweizerische Nationalbank) vor der Wirtschaftskommission des Nationalrats geklärt wird und insbesondere auch die nötigen Vorkehrungen und die Auswirkungen auf die reale Wirtschaft.»

Leutenegger Oberholzer will an der kommenden Sitzung der nationalrätlichen Wirtschaftskommission dazu einen Antrag einreichen.

Erstellt: 06.10.2013, 14:38 Uhr

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