«Die Arbeitswelt verändert sich, pendeln gehört dazu»

Wer pendelt täglich von wo nach wo, und warum? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat am Zürcher Hauptbahnhof nachgefragt. Und auch Reaktionen zu Leuthards neuer Verkehrspolitik erhalten.

Was Pendler am Zürcher Hauptbahnhof zu Leuthards Stossrichtung in der Verkehrspolitik sagen.

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Die von Verkehrsministerin Doris Leuthard losgetretene Debatte über die neue Verkehrsfinanzierung schlägt bei den Lesern von Tagesanzeiger.ch/Newsnet hohe Wellen. Viele Pendler fühlen sich nicht verstanden, wenn es jetzt plötzlich heisst, pendeln soll weniger attraktiv werden. Einige Stimmen äussern aber auch Verständnis für den Vorstoss aus dem Verkehrsdepartement. Grund genug, am Bahnhof selber den Pendlern den Puls zu fühlen (siehe Video oben).

Katia Fadee zum Beispiel reist jeden Tag von Schiers in Graubünden nach Zürich. Die Servicefachangestellte gibt familiäre Gründe für ihren langen Arbeitsweg an. Jetzt will sie allerdings einen Job in der Nähe suchen. Mehr bezahlen für das Bahnbillett kommt für sie nicht in Frage. Mehr Verständnis äussert Martin Solère. Der Erwachsenenbildner reiste über Jahre von seinem Wohnort Uster nach Luzern. Der Arbeitgeber konnte ihm im Zürcher Oberland keinen Job mehr anbieten. So musste er halt täglich stundenlanges Fahren in Kauf nehmen. Jetzt ist er seiner Arbeit nachgereist. Dass Bahnfahren teurer werden soll, findet er in Ordnung. «Der Service stimmt, ich bin bereit, mehr für das Bahnfahren zu bezahlen.»

Dass die Bahn in der Schweiz hohe Standards erfüllt, räumt auch Studentin Liska Bernet ein. Allerdings würde sie deswegen trotzdem nicht die Preise erhöhen. Weil Bahnfahren «eine gute Sache ist». Aus Umweltschutzgründen quasi. Hier hakt auch die frühere Bankangestellte Jeannette Klaus ein: «Man spricht immer davon, dass die Autofahrer auf den Zug umsteigen sollen. Aber wie soll denn das funktionieren, wenn die Preise erhöht werden?»

Erstellt: 25.01.2011, 15:54 Uhr

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