Die Swiss Life spriesst und prosperiert

Der Lebensversicherer hat 2018 mehr verdient und zahlt den Aktionären eine höhere Dividende. Damit hat auch die Axa zu tun.

Glänzende Gegenwart und Zukunft: CEO Patrick Frost präsentiert die Zahlen der Swiss-Life-Gruppe in Zürich. (26. Februar 2019)

Glänzende Gegenwart und Zukunft: CEO Patrick Frost präsentiert die Zahlen der Swiss-Life-Gruppe in Zürich. (26. Februar 2019) Bild: Walter Bieri/Keystone

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Im neu angelaufenen Geschäftsjahr rechnet die Swiss Life mit starkem Wachstum im Vorsorgegeschäft. Dabei wechselten Firmenkunden von der Axa. «Die Neugeschäftsproduktion im BVG-Geschäft ist stark gewachsen», sagte der Schweiz-Chef der Swiss Life, Markus Leibundgut, am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz mit Blick auf den Rückzug von Axa aus der Vollversicherung. Seither habe man sich vor Anfragen kaum retten können.

Vor knapp einem Jahr hatte Axa angekündigt, dass man sich per Ende 2018 aus der Vollversicherung zurückziehe. Die Ankündigung der Nummer 2 in diesem Geschäft schlug wie eine Bombe ein. Am Markt verbleiben mit Marktführer Swiss Life, der Bâloise, Helvetia, Allianz Suisse und der kleinen Pax nur noch fünf Anbieter.

Das Angebot erfreut sich vor allem bei KMU einer grossen Beliebtheit, wie auch Markus Leibundgut weiss. Die Vollversicherung deckt im Gegensatz zu teilautonomen Lösungen nicht nur Vorsorge-, Sterbe- und Invaliditätsrisiken, sondern auch Anlagerisiken.

Unveränderte Zeichnungspolitik

Man habe auch Anfragen von Firmen, die im Vollversicherungsmodell einen Platz suchten, zurückweisen müssen, führte der Schweiz-Chef der Swiss Life weiter aus. Dies sei zum Schutz der bestehenden Kunden geschehen. «Wir haben unsere Zeichnungspolitik nicht verändert, da wir das Geschäft langfristig profitabel betreiben wollen.»

Gleichwohl saugt die Swiss Life einen auch für sie grossen Brocken auf. Der abtretende Finanzchef Thomas Buess, der im April in den Verwaltungsrat wechselt, rechnet mit zusätzlichen Einmalprämien in Höhe von 3,3 Milliarden Franken. Davon seien geschätzt 3 Milliarden allein auf den «Axa-Effekt» zurückzuführen. Zudem weiten periodisch zu bezahlende Prämien in Höhe von 350 Millionen das Volumen aus.

Die Axa Schweiz hatte vergangene Woche bei der Zahlenvorlage noch keine konkreten Angaben zum erwarteten Prämienabrieb gemacht. Neun von zehn Kunden der Vollversicherung hätten das Angebot für den Wechsel in teilautonome Stiftungen der Axa genutzt, hiess es optimistisch. Aufgrund des Abgangs grosser Kunden, sei die Zahl der bei Axa in der zweiten Säule versicherten Personen jedoch um 17 Prozent zurückgegangen, so eine andere Angabe.

Diversifiziertes Wachstum

Mit dem dazugewonnenen Geschäftsvolumen zementiert die Swiss Life ihre Marktführerschaft im Vorsorgegeschäft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Gruppe insgesamt, also in der Einzel- und in der grösseren Kollektivlebensversicherung zusammengerechnet, ein Prämienvolumen von 9,5 Milliarden Franken erwirtschaftet. Dabei wuchs das BVG-Geschäft mit 3 Prozent bereits da schneller als der Markt ( 1%).

Das Prämienvolumen der gesamten Gruppe wuchs in Lokalwährungen mit 2 Prozent und erreichte einen Wert von 19,2 Milliarden Franken, wie die Swiss Life am Dienstag bekannt gab. Seit Jahren setzt sie auch mit Erfolg verstärkt auf das Kommissionsgeschäft, um weniger stark von den Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig zu sein.

Im Berichtsjahr kletterten die Gebühreneinnahmen um 6 Prozent auf 1,62 Milliarden Franken. Besonders gut habe sich da die Finanzberatung in Deutschland und die Vermögensverwaltung für Drittkunden wie Pensionskassen oder Banken entwickelt, hielt Konzernchef Patrick Frost dazu fest. Mittlerweile verwaltet Swiss Life dank hoher Neugeldzuflüsse Vermögen von Dritten im Umfang von 71,2 Milliarden.

Dividende erhöht

Patrick Frost sprach auch von der stark verbesserten Gewinnqualität. Der Betriebsgewinn nahm 2018 um 4 Prozent auf 1,55 Milliarden Franken und der Reingewinn um 7 Prozent auf 1,08 Milliarden zu.

Vom soliden Geschäftsverlauf sollen auch die Aktionäre profitieren. Sie erhalten je Titel 16,50 Franken als Dividende. Das sind drei Franken mehr als im vergangenen Jahr und verglichen mit 2014 mehr als doppelt so hoch. Zudem läuft seit Dezember ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Der Lebensversicherer weist eine solide Finanzbasis auf und dürfte in den kommenden Jahren noch mehr Geld an die Aktionäre überweisen, liess der Chef durchblicken. (fal/sda)

Erstellt: 26.02.2019, 17:32 Uhr

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