Die UBS bekommt ihren Prüfer, die CS ihren Monitor

Das kann ganz schön lästig und teuer werden: Um die Missstände im Devisenhandel der UBS auszumerzen, will die Finma einen Prüfer einsetzen. Der Credit Suisse schaut bald ein Bankenkritiker auf die Finger.

Werden unter verschärfte externe Beobachtung gestellt - die Grossbanken UBS und Credit Suisse mit ihren Firmensitzen am Zürcher Paradeplatz.

Werden unter verschärfte externe Beobachtung gestellt - die Grossbanken UBS und Credit Suisse mit ihren Firmensitzen am Zürcher Paradeplatz. Bild: Keystone

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Im Umgang mit Prüfbeauftragten, die ihr von der Finanzmarktaufsicht (Finma) vorgesetzt werden, ist die UBS geübt. Bereits im Fall des früheren Angestellten Kweku Adoboli, welcher der UBS im Handel mit ETFs einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar eingebrockt hatte, bot die Finma vor rund zwei Jahren einen unabhängigen Prüfbeauftragten auf. Dessen Arbeit, so UBS-Sprecher Samuel Brandner, sei inzwischen abgeschlossen. Auch die gleichzeitig von der Finma verfügten Einschränkungen für das Investmentbanking der UBS seien wieder aufgehoben worden, ergänzte Finma-Sprecher Tobias Lux. So musste die Investmentbank alle neuen Geschäfte, welche ihre operationelle Komplexität hätten erhöhen können, von der Finma genehmigen lassen, und Akquisitionen waren ihr gänzlich untersagt.

In Zusammenhang mit den Devisenmarktmanipulationen wollen die Schweizer Finanzaufseher nun erneut einen Prüfbeauftragten für die UBS einsetzen. Nach Aussage von Lux ist noch nicht bestimmt, wer damit betraut werden soll. Infrage kommen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder spezialisierte Dritte wie etwa eine Anwaltskanzlei. Wie im Nachgang zu «Adoboli» muss der Prüfbeauftragte (respektive das beauftragte Team) auch im aktuellen Fall sicherstellen, dass die UBS die von der Finma erlassenen Massnahmen verbindlich und glaubwürdig umsetzt.

Dieses Bündel von Vorkehrungen als Reaktion auf die aufgedeckten Missstände im Devisenhandel ist ungewöhnlich umfangreich ausgefallen: Es reicht von neuen Überwachungsinstrumenten über die Trennung von Kunden- und Eigengeschäften und Beschränkungen bei den Bonizahlungen bis hin zur Verpflichtung, künftig mindestens 95 Prozent des globalen Devisenhandels zu automatisieren. Damit, so Lux, will die Finma «für die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands sorgen».

«Weitreichende Freiheiten» für Prüfbeauftragte

Der Prüfbeauftragte hat laut dem Finma-Sprecher «weitreichende Freiheiten» bei der Erfüllung seiner Aufgabe: «Er kann alle Abklärungen vornehmen, die für eine Überprüfung nötig sind.» In seinem Ermessen liegt beispielsweise laut Insidern, wie oft er bei der zu prüfenden Bank ein- und ausgeht und wie oft diese rapportieren muss. Wie Lux hinzufügte, «dauert die Prüfung so lange, bis der Prüfbeauftragte bestätigen kann, dass die UBS die im betroffenen Bereich verfügten Massnahmen umgesetzt hat und den Vorgaben im Tagesgeschäft auch nachweislich ‹nachlebt›». In besagtem Fall gilt das für die Devisenhändler. Dies alles muss aus dem Abschlussbericht des Prüfbeauftragten hervorgehen.

Je zügiger die UBS umsetzt, desto schneller wird sie den lästigen Überwacher los – und desto geringer fallen ihre Kosten aus. Die Aufwendungen für den Prüfbeauftragten gehen nämlich voll zu ihren Lasten. Die Kosten der gesamten mehrjährigen Sonderermittlungen rund um die Devisenmanipulationen dürften für die UBS gemäss Insidern ohnehin in die Millionen gehen.

Bankenkritiker überwacht die Credit Suisse

Die Prüfbeauftragten der Finma sind nicht zu verwechseln mit dem Monitor, der demnächst bei der Credit Suisse seine Tätigkeit aufnehmen wird. Die Einsetzung dieses Monitors ist Teil des Vergleichs, den die Grossbank im Mai mit Benjamin Lawsky, dem Vorsteher der Finanzmarktaufsicht des Staates New York, ausgehandelt hat. Mit dem Amt betraute Lawsky den Amerikaner Neil Barofsky, der sich einen Namen als besonders scharfzüngiger Kritiker der US-Finanzindustrie gemacht hatte. Ihm muss die Credit Suisse Zugang zu allen Personen und Unterlagen in der Bank gewähren – in der Schweiz, in den USA oder wo immer. Seine Aufgabe wird es laut dem Vergleich unter anderem sein, herauszufinden, inwieweit die Corporate Governance der CS sowie einzelne Führungsmitglieder und Mitarbeitende zu den Steuerumgehungspraktiken in den USA beigetragen haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.11.2014, 19:36 Uhr

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Händler bei der UBS in Opfikon. (3. Oktober 2012) (Bild: Keystone )

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