Hintergrund

Die Überraschungsnot der Migros

Migros-Kunden haben im letzten Monat fleissig Punkte gesammelt. Für eine volle Sammelkarte gab es ein Überraschungspaket – doch schon in der Halbzeit gingen in einigen Filialen die Pakete aus.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Sammelaktion war Teil der Kampagne «Von uns. Von hier.», welche die rund 10'000 Eigenprodukte der Migros ins Zentrum stellt. Die Überraschungsgeschenke sollten diese Vielfalt erlebbar machen. Pro Einkauf über 20 Franken gab es einen Sticker und bei 18 Stickern war die Karte voll. Geplant war, die Punkte bis zum 11. März zu verteilen, und dass die Kunden die Pakete bis zum 17. März abholen können.

Acht verschiedene Paketvariationen gab es. In einem Paket fand man beispielsweise Schokolade, Vitaminsaft, Kaugummi, Spaghetti, Guetsli, Shampoo, Kartoffelstock und Baumnusskerne – alles aus Eigenmarken der Migros, im totalen Wert von etwa 20 Franken. Doch schon Anfang März gab es nicht mehr genug Geschenke. Stattdessen gab die Migros den Kunden mit einer vollen Punktekarte einen Rabatt von 20 Franken. Dieser bleibt dafür bis am 24. März einlösbar.

Sogar der Geschenkersatz fiel aus

Die Migros betont, dass es von Beginn an hiess, dass es die Pakete nur «solange Vorrat» gibt. Trotz den grosszügigen Berechnungen sei man vom Erfolg der Aktion überrascht worden. Hier stellt sich die Frage, ob sich die benötigte Anzahl Pakete nicht mit der Beteiligung an früheren Sammelaktionen berechnen liess.

Doch gemäss Migros-Sprecherin Martina Bosshard sei dies nicht so einfach: «Uns fehlten die Erfahrungswerte. Die älteren Aktionen haben vor allem Familien angesprochen, während die Überraschungspakete alle Kunden interessierten.» Obwohl die Pakete mit Produkten gefüllt waren, die in jedem Migros-Geschäft zu finden sind, konnte die Migros laut Martina Bosshard in diesem Zeitrahmen keine neuen mehr zusammenstellen: «Für die Produktion und Verteilung der Pakete benötigen wir etwa zwei Monate. Da wir den Kunden eine sofortige Lösung anbieten wollten, entschieden wir uns für einen Rabatt.»

Während die einen noch die letzten begehrten Überraschungspakete ergatterten oder sich über den billigeren Einkauf freuten, waren andere enttäuscht vom Ersatz – die Überraschung fehlte. Doch einigen Sammlern blieb sogar der Rabatt verwehrt. Zum Schluss fehlte es nämlich nicht nur an Paketen, sondern stellenweise auch an Sammelpunkten, um die unvollständigen Hefte aufzufüllen.

Erstellt: 20.03.2014, 11:41 Uhr

Artikel zum Thema

Startschuss für kontaktloses Zahlen an Migros-Kassen

Wer bei der Migros für weniger als 40 Franken einkauft, muss ab morgen bei Kreditkartenzahlung keinen Pin mehr eingeben. Die 8500 Terminals wurden in den letzten zwei Wochen umgerüstet. Mehr...

Was die Migros Ungelernten künftig bezahlt

Neue Mindestlöhne bei der Migros: Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma gibt es ab nächstem Jahr hundert Franken mehr Lohn. Mehr...

Zusammenschluss als Schweizer Antwort auf Zara und H&M

Hintergrund Mit der Übernahme des Modehauses Schild kommt Globus auf eine Milliarde Umsatz. Die Migros-Tochter kann so ein grosses Manko ausbügeln. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...