«Die Zahl der Angestellten ist nur um 2500 geschrumpft»

Die Credit Suisse stockt ihre Kapitalreserven um mehr als 15 Milliarden Franken auf. Zudem wird ein weiterer Stellenabbau immer wahrscheinlicher. Bankchef Brady Dougan bezieht Stellung.

«Es gibt Bereiche in denen wir Stellen schaffen»: Brady Dougan im Interview.
Video: Keystone

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Die Schweizer Grossbank Credit Suisse reagierte am Mittwoch auf die Kritik einer zu schwachen Kapitalisierung und kündigt eine rasche Stärkung ihres Eigenkapitals an. Insgesamt soll durch eine Reihe von Massnahmen Kapital in der Höhe von 15,3 Milliarden Franken beschafft werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete)

Die CS sammelt aber nicht nur Geld ein, sie spart weiter. Statt wie im vergangenen Jahr angekündigt um 2 Milliarden Franken will sie ihre Kosten nun um 3 Milliarden Franken senken. Bis Ende 2013 will die CS-Führung dieses Ziel erreichen. Ein Stellenabbau ist dabei nicht zu vermeiden. Wie stark es die derzeit 48'200 Mitarbeiter trifft, will die CS nicht bekanntgeben.

Beunruhigter Bankenpersonalverband

Seit Mitte 2011 strich die CS 2500 Stellen. Brady Dougan deutete an, dass es weiterhin über 1000 Stellen sein könnten, auf welche die CS verzichten will. «Aber es gibt in der Schweiz auch noch Bereiche, in denen wir Arbeitsplätze schaffen», sagt Dougan im Interview (siehe Video).

Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) spürt bei den Schweizer Mitarbeitern der Credit Suisse (CS) eine gewisse Ohnmacht angesichts immer neuer Ankündigungen zum Stellenabbau. Der SBPV kritisiert auch die Informationspolitik der Bank.

«Wir stellen fest, dass wir nicht vorinformiert worden sind», sagte SBPV-Zentralsektetärin Denise Chervet der Nachrichtenagentur sda. Konsultiert werde erst, wenn die Auswirkungen auf die Schweizer Belegschaft bekannt seien. Das aber nicht frühzeitig genug, sagte Chervet. Jetzt könne nur noch Schadenbegrenzung erreicht werden.

Verband fühlt sich nicht ernst genommen

Der SBPV versteht die Notwendigkeit von Sparmassnahmen bei der CS fordert aber eine «Opfersymmetrie»; sprich, dass der Rotstift auf allen Stufen der Bank angesetzt werde. «Bisher haben wir aber keine Anzeichen, dass diese Forderung ernst genommen wird», sagte Zentralsekretärin Chervet.

Chervet appellierte an CS-Schweiz-Chef Hans Ulrich Meister persönlich, sich für die Schweizer Mitarbeiter einzusetzen und die Swissness der CS zu verteidigen. Die Schweizer Belegschaft solle nicht überproportional für den Sparkurs bluten müssen.

Artikel mit Material der Nachrichtenagentur SDA. (mrs)

Erstellt: 18.07.2012, 22:48 Uhr

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