Die beste Werbung? Donald Trump

Dank einer Rekordzahl an Abonnenten schreibt die «New York Times» satte Gewinne. Eine wichtige US-Person hat wesentlich mit dem Erfolg zu tun.

Ist jetzt wieder Herrin im eigenen Haus: Die «New York Times» kann ihr Gebäude zurückkaufen, weil sie finanziell wieder gut da steht. (Keystone/Archiv)

Ist jetzt wieder Herrin im eigenen Haus: Die «New York Times» kann ihr Gebäude zurückkaufen, weil sie finanziell wieder gut da steht. (Keystone/Archiv)

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Wenn US-Präsident Donald Trump von der «New York Times» spricht, dann benutzt er oft das Adjektiv «failing», was sich mit versagend, scheiternd, erfolglos übersetzen lässt. Wie so manches, was Trump sagt, hat das mit der Realität nicht viel zu tun: Der «New York Times» geht es blendend. Gerade vermeldet das Blatt mal wieder eine neue Rekordzahl an Abonnenten.

Der Zusammenhang lässt sich nicht direkt beweisen, aber es gilt in der Branche als sicher, dass Trump einiges mit diesem Erfolg zu tun hat. Seit er 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, steigen die Leserzahlen des Mediums rasant. Fast scheint es, dass jede neue Tirade des polarisierenden Mannes im Weissen Haus der Times neue und vor allem zahlende Leser und Leserinnen zutreibt.

Allein im dritten Quartal 2019 hat die NYT nach eigenen Angaben 273'000 neue Online-Abonnenten hinzugewonnen. Davon zahlen 209'000 für das Hauptprodukt, die Zeitung, während der Rest die Rezeptseite oder die Kreuzworträtsel abonniert hat. Die Gesamtzahl der Abonnenten für die gedruckte und die digitale Ausgabe beträgt derzeit 4,9 Millionen. Als mittelfristiges Ziel hat das Blatt zehn Millionen Abonnenten ausgegeben, von denen zwei Millionen von ausserhalb der USA kommen sollen. Die Zahl von zehn Millionen soll bereits im Jahr 2025 erreicht werden. Angesichts der aktuellen Steigerungsraten gilt das nicht als unwahrscheinlich.

Sogar ihr Stammhaus kann zurück gekauft werden

Je nachdem, für welches Paket man sich entscheidet, kosten Abonnements zwischen 15 und 35 Dollar im Monat. Seit August 2018 hat die NYT allerdings auch Abos für lediglich einen Dollar pro Woche in alle Welt verkauft. Diese werden nun nach und nach teurer. Die Zahl der Leser, die ihr Abo auch nach der Preissteigerung behielten, sei «einigermassen positiv», teilt das Blatt mit.

Gesunken sind derweil die Werbeeinnahmen. Das ist im Fall der Printausgabe nicht verwunderlich, deren Auflage kontinuierlich sinkt. Derzeit druckt die Times im Schnitt noch gut 500'000 Exemplare am Tag, halb so viele wie noch im Jahr 2005. Überraschend kommen jedoch die gesunkenen Werbeeinahmen auf der so stark wachsenden digitalen Seite. Gut fünf Prozent weniger als im Vergleichsquartal im Vorjahr nahm das Medium ein, für das vierte Quartal werden nun noch stärkere Einbrüche erwartet.

Dank der hohen Zahl an Abonnenten schreibt das Blatt dennoch satte Gewinne, allein im abgelaufenen Quartal waren es 44 Millionen Dollar. Die Cash-Reserven belaufen sich auf fast 900 Millionen Dollar, was die NYT in die Lage versetzt, ihr Stammhaus zurückzukaufen.

2009 hatte das Blatt Teile des 2007 fertigstellten Times-Gebäudes in Midtown Manhattan an eine Investmentfirma verkauft und zurückgeleast, um Schulden bezahlen zu können. Vereinbart wurde damals ein Rückkaufsrecht für 2019. Die dazu nötigen 245 Millionen Dollar kann die NYT nun beinahe mühelos aufbringen und ist damit künftig wieder Herrin im eigenen Haus. Der Rückkauf soll im Dezember abgewickelt werden.

Erstellt: 11.11.2019, 20:39 Uhr

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