Die iWatch ist eine Frage der Zeit

Nach einigem Zögern steigt Apple selbst in den lukrativen Fitness- und Gesundheitsmarkt ein. Mit dem Health Kit dürfte der Konzern eine eigene Smartwatch vorbereiten.

Das digitale Armband als Studie: iWatch-Konzept des venezolanischen Designers Yrving Doveralba. (Foto: venestudio.com)

Das digitale Armband als Studie: iWatch-Konzept des venezolanischen Designers Yrving Doveralba. (Foto: venestudio.com)

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Google hat es bereits vorgemacht. Der Konzern entwickelt nach eigenen Angaben eine Kontaktlinse für Diabeteskranke, die den Glukosegehalt im Blut und die Insulinzufuhr regeln hilft. Der Markt für solche Gesundheitsapplikationen wächst stark; und auch Apple will profitieren, wie Softwarevizepräsident Craig Federighi an der Entwicklermesse in San Francisco sagte. Das Health Kit ist eine der Neuerungen im iOS8-Betriebssystem, das eine breitere Kundschaft ansprechen könnte.

Das Health Kit ist eine Bündelapplikation: Sie fasst die Gesundheits- und Fitnessdaten der Nutzer auf einem einzigen Dashboard zusammen. Übernommen werden sollen die Daten von tragbaren Leistungsmessgeräten wie Fitbit und Jawbone. Zusätzlich wird der neue Bewegungsmess-Chip M7 eingesetzt, um Distanzen, Höhenmeter oder auch Herzfrequenzen zu erfassen und auszuwerten.

Einen heiklen Schritt weiter als Nike

Als Partner konnte Apple Nike gewinnen. Der Sportartikelhersteller hat die NikeFuel-Applikation entwickelt, um die Ernährung und die Erholungszeiten eines Sportlers zu überwachen, mit dem Trainingsprofil zu vergleichen und die Leistung zu verbessern. Apple geht indessen einen heiklen Schritt weiter: Erfasst werden sollen neben Fitnessdaten auch Körperfunktionen bis hin zum Blutdruck und Zuckerpegel im Blut.

Als Partner im Gesundheitsbereich wurden die Mayo-Kliniken gewonnen. Mayo will ab kommendem September weltweit eine auf das Health Kit gestützte Applikation anbieten. Sie soll beispielsweise Patienten mit Bluthochdruck erlauben, ihre Messresultate einzugeben, worauf die Klinik die Medikamentendosis anpassen kann. Ziel ist, Patienten nach Möglichkeit die Eigenbehandlung zu erleichtern.

Die Suche nach der digitalen Gesundheit

Federighi betonte zwar, dass die Gesundheitsdaten streng vertraulich behandelt und nur den Nutzern zugänglich sein würden. Doch frühere Versuche von Microsoft und anderen Techfirmen, Patientendaten zu speichern und online verfügbar zu halten, scheiterten an Ängsten vor einem Datenklau. Doch neben Apple und Google glaubt inzwischen auch Samsung, die Zeit für den digitalen Patienten sei gekommen. Samsung kündigte letzte Woche an, den Entwicklern und Ärzten ebenfalls eine neue Plattform mit dem Fernziel einer «intelligenten digitalen Gesundheit» zu geben.

Wie eng Apple das Health Kit unter Kontrolle behalten und damit externe Partner wie üblich gängeln will, ist noch unklar. Aufschluss erwarten die Entwickler im kommenden Herbst, wenn die seit letztem Jahr vorbereitete iWatch endlich vorgestellt werden könnte. Die neue Applikation ist bislang der stärkste Hinweis, dass Apple ein solches digitales Armband vorantreibt und wesentlich als ein Gesundheits- und Fitnessgerät plant.

Erstellt: 03.06.2014, 09:00 Uhr

Die Gesundheit des Users auf einen Blick: Dashboard in der neuen Health-App. (Screenshot: Apple)

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